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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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76 Dort ist eine Mittheilung des gegenwärtigen Judenmissionars in Amsterdam, Paulis verzeichnet, welche folgendermaßen lautet: „Vor einigen Tagen ging ich durch den östlichen Theil des Judenquartiers (in Amsterdam) und traf einen alten Bekannten an, einen Juden von ansehnlicher Gelehrsamkeit, der mich in früheren Jahren zu besuchen pflegte. Er sprach oft eine gewisse Ueberzeugung von der christlichen Wahrheit aus,- hatte aber große Furcht vor Verfolgung von Seiten seiner Brüder. Nachdem ich eine kleine Weile auf der Straße mit ihm gesprochen hatte, sagte er: „Die Juden werden uns sehn; da ich aber in einem Geschäft zum Beth Hachajim (Haus der Lebendigen, jüdischer Name des Gottesackers) gehen muß, so würde ich Ihnen sehr verbunden sein, wenn Sie mich begleiten wollten." Ich schlug eine Seitengasse ein und traf bald außerhalb der Stadt mit meinem Freunde zusammen; unsere Unterredung blieb nicht auf der Oberfläche. Ich bewies ihm durch die Auferstehung Christi, daß derselbe der Messias sei. Er sprach, wie oft auch früher, seine Ueberzeugung aus, daß dies nicht zu bezweifeln sei, fügte aber hinzu: „Meine Umstände sind nicht von der Art, das Christenthum öffentlich anzunehmen. Sie müssen aber hier und in Rotterdam öffentlich sortpredigen, und ich zweifle nicht, daß nach und nach viele Juden die Umänderung ihrer Gesinnungen bekennen werden, 'und dann wird es für Leute wie ich leicht sein, für die Wahrheit hervorzutreten." Kaum hatte . er diese Worte ausgesprochen, als wir vor dem Eingänge zum Gottesacker standen, dessen hebräische Inschrift lautet: „Die, welche geboren werden, werden zum Sterben geboren, und die, welche sterben, sterben zum Leben." Rabbi Joseph, mein alter Bekannter, ging, um nach einem Grabsteine zu sehen, und ich setzte mich unter einem schattigen Baume nieder, um zu ruhn. Es war ein schöner Abend, an dem ein sanftes Lüftchen wehte; und als ich den Ernst des Ortes erwog und die Tausende von Grabsteinen aus diesen GWbern betrachtete, welche alle binnen Kurzem sich öffnen werden, wenn die TodteH' Groß und Klein, auferstehn, so verfiel ich in ein träumerisches Nachsinnen, aus

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