Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 5-6 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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73 Bemühungen fortzusetzen, in der gläubigen Hoffnung, daß der Hei» land seinen Segen dazu geben werde. Auf diese Weise wurde also der Trieb bei ihm gegründet, sich der Juden anzunehmen, welcher ihn nie wieder verließ und ihn bewog, keine Gelegenheit zu versäumen, ihnen ein Wort zu ihrem Heile zu sagen. So besuchte er sie, nachdem er seinen Dienst bei den Salzburger Emigranten beendet hatte, an allen Orten, wo er sich auf der Rückreise nach Jena einige Zeit aufhielt; besonders in Danzig, Colberg, Stettin und Berlin, sowohl in den Synagogen als in den Häusern. Sowie er hier durch sein freundliches Begegnen und seine unverkennbare Liebe zu ihnen überall bei ihnen Eingang fand, so gewann er, nachdem er im Jahre 1735 ein Mitglied der Brüdergemeinde geworden war, auch in der Wetterau, wohin er 1736 den Grafen Zinzendorf begleitete, bald ihr Zutrauen. Und seine Besuche in Gellnhausen, Hanau, Frankfurt a. M. und auf einigen Dörfern in dastger Gegend waren ihnen so angenehm, daß sie ihm bei seiner Abreise, welche noch in demselben Jahre erfolgte, ihren Schmerz darüber und ihre Dankbarkeit für seine Liebe schriftlich zu erkennen gaben, mit dem Beifügen, es sei noch Niemand so liebreich mit ihnen umgegangen. Nachdem er in diesem und dem folgenden Jahre bei seinem Aufenthalte in Berlin, Brandenburg und Frankfurt a. O., wohin er zum Theil bloß um der Juden willen gereist war, manche Gelegenheit gehabt hatte, ihnen den Weg zur Seligkeit zu zeigen, kam er 1737 nach Herrnhut, wo er sich ebenfalls der böhmischen Juden, die von Zeit zu Zeit daselbst Besuch machten, liebreich annahm. Hier erhielt er 1738 den Auftrag, den Bruder Leonhard. Dober in Amsterdam abzulösen, welchen er mit großer Willigkeit annahm. Auf der Reise dahin besuchte er die Juden in Dresden, Berlin und anderen Orten, die auf seinem Wege lagen. In Amsterdam, wo er den 23. August 1739 ankam, widmete st sich nun ganz dem Dienst der Juden. Er befand