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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 denken dabei an die Zeit, wenn der Messias kommen wird; dann werden wir in eben solchen Haufen in das Land Canaan ziehen.,, Ueber dieser Aeußerung kam der Bruder Lieberkühn mit ihnen in eine Unterredung von der Hoffnung der Juden, in das Land Canaan zurückzukommen; und da ihm dies etwas ganz Neues war, jo ließ er sich die Gründe derselben aus dem Alten Testamente erklären. Diese erste Unterredung erweckte bei ihm eine Neigung, sich fleißig mit ihnen zu unterhalten, wozu er auf der Reise nicht selten Gelegenheit fand. Er besuchte sie an verschiedenen Orten in Pommern und Preußen in ihren Häusern, wo er sich besonders mit den Kindern einließ, ihnen zuweilen eine merkwürdige Geschichte aus den Büchern Moses erzählte und sie zur Gottesfurcht ermahnte, wodurch er auch die Liebe der Eltern gewann. Was ihm außerdem guten Eingang bei ihnen verschaffte, war seine Kenntniß der jüdisch-deutschen Sprache, auf die er sich während dieser Reise mit sehr glücklichem Erfolge gelegt hatte.. In seinen Unterredungen mit ihnen fand er den Ausspruch des Apostels bald bestätigt: „Blindheit ist Israel widerfahren" (Röm. 11, 25); sah aber auch ein, daß man durch Widerlegung ihrer Jrrthümer nichts ausrichtete; am Wenigsten, wenn man sich derjenigen Waffen bediente, die auf den Kathedern in dieser Absicht empfohlen werden. Er nahm daher schon damals den Grundsatz an, der in der Folge ein charakteristischer Zug seiner Methode mit den Juden umzugehen wurde, sich in keine Streitigkeiten mit ihnen einzulassen; dagegen suchte er sich einen Weg zu ihren Herzen zu bahnen, indem er fie auf die Untersuchung führte, ob sie der Vergebung der Sünde und der Gnade Gottes gewiß wären, und ihnen bezeugte, daß ein jeder Mensch, er sei Jude oder Heide, so lange ein unglückliches Geschöpf sei, bis er dazu gelange. Dabei hatte er oft Gelegenheit ihnen seine Erfahrung mitzutheilen und ihnen einfältig zu sagen, wie er bei Jesu seinem Heilande Ruhe für seine Seele fände und durch ihn Gnade bei Gott gefunden habe. Davon sah er oft die Wirkung, daß ihre Herzen erweicht wurden, und dies diente ihm jedesmal zur ErmunterWg, seine

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