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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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TO dev Jahren 1738 und 1739. Samuel Lieberkühn wurde ihm in dem letztgenannten Jahre zum Nachfolger gegeben, während er selbst einen anderen Wirkungskreis erhielt. Aber die Vorarbeit hatte Dober gethan. Ueber Samuel Lieberkühn und sein Wirken nun heißt es in alten Berichten der Brüdergemeinde: „Unter allen Brüdern war Niemand, der eine so ausgezeichnete und beständige Liebe zu dem jüdischen Volke gehabt hätte, als Samuel Lieberkühn (geb. 1710 in Berlin, gestorben 1777), der von Gott selbst durch mancherlei vorzügliche Gaben und Eigenschaften — wie er denn selbst in seinem Taufnamen eine gewisse Vorbedeutung zu finden glaubte — zu einem Apostel der Juden in unseren Tagen ausersehn zu sein schien. Seine zärtliche und bis an's Ende andauernde Liebe zu ihnen nahm schon in seiner Kindheit durch einen besonderen Vorgang ihren Anfang; da ihm in seinem achten Jahre bei einer Fahrt auf der Spree von Fürstenwalde nach Berlin der linke Arm, den er im Schlafe über den Rand des Kahnes hinaus in das Wasser getaucht hatte, durch einen vorüberfahrenden schwer beladenen Kahn zerquetscht wurde. In diesen Umständen nahmen sich einige Mitreisende Juden seiner sehr treulich an, so daß er in Kurzem den Gebrauch dieses Armes wieder erhielt. Diese wohlthätige Handlung hinterließ ihm eine dankbare Empfindung, die sich in der Folge, so oft er einen Juden erblickte, wiederholte. Die erste Veranlassung mit ihnen in nähere Bekanntschaft zu treten bekam er 1732, also in eben dem Jahre, da die Arbeit unter den Heiden ihren Anfang nahm. In diesem Jahre begleitete er eine Anzahl von etwa 1000 Salzburger Emigranten, die auf ihrem Zuge nach Preußen durch Jena, wo er damals studirte, gingen, als dtzren Prediger. Unter, der Menge derjenigen, die aus Verwunderung überall zusammenliefen , diesen Zug mitanzusehen, befanden sich einstmals auch etliche Juden, die eine besondere Aufmerksamkeit demselben zu schenken schienen. Auf Beftagen, waö sie dazu dächten, gab ihnen ein alter ernsthafter Jude zur Antwort: „Wir

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