Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 5-6 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.68_ der Gläubiggewordenen schon während seiner Lebenszeit auf St. Thomas und den westindischen Inseln zu Hunderten. Von seiner Arbeit aber konnten ihn weder verlockende Stellungen noch Beschwerlichkeiten und Gefahren abwendig machen. Der Gouverneur der Insel nahm ihn zu seinem Hausmeister an und bereitete ihm in diesem Amte eine sehr vortheilhafte Lage; Dober merkte jedoch bald, daß er hierbei an seinem eigentlichen Missionsberuf behindert wurde. Da ließ er sich nicht länger halten, sondern trotz des Widerstrebens seines Gouverneurs verließ er denselben, miethete sich eine Wohnuug im Dorfe und behalf sich kümmerlich mit Brot und salzigem Wasser, dem Einzigen, was ihm in seiner gegenwärtigen Lage geboten werden konnte; denn um für den Dienst der Seelen gewinnenden Liebe ganz frei zu werden, war er eben zu jeder Entsagung bereit. Ihm selbst aber war jetzt so wohl, wie dem Vogel, der aus dem Käfig entronnen ist; denn nun konnte er das inbrünstige Verlangen seines Herzens, sich ganz dem Heile der Neger zu widmen, stillen. Mochte alsdann um ihn geschehen, was da wollte, es kümmerte ihn nicht; er wußte^was sein Amt und was seine Freude war, Seelen überall und^mf alle Weise die Gnade Jesu Christi anzupreisen. Eine epidemische Ruhr wüthete auf der Insel und raffte große Schaaren von Negern hinweg; eine acht Monate anhaltende Empörung der Schwarzen auf der Nachbarinsel St. Jan, bei welcher 3k aller dortigen Europäer ermordet wurden, erfüllte auch St. Thomas mit Schrecken und allgemeiner Furcht, aber alles das konnte Dober nicht hindern, unter seine Neger zu treten und ihnen sein Evangelium zu verkündigen-, das eben die Menschen zu aller Zeit, in Freude und Leid, in Tagen der Gesundheit und der Seuchen, in Friedenszeiten und unter Aufruhr oder Kriegesungewittern aufstlcht, weil es stets unaussprechlichen Gewinn darzubieten im, Stande ist. 1734 aber wurde er nach Herrnhut zurückgerufen, um dort das Amt eines Aeltesten zu übernehmen; auch wurde ihm die Erziehung des einzigen Sohnes von Zinzendorf, des jungen edlen Grafen Christian Renatus anvertraut. Im Jahre 1738 ging er dann nach Holland, und. der dortige Aufenthalt zeigt ihn uns den Juden dieselbe eifrige