Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 5-6 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 in seiner Seele bewegt. Nach einiger Zeit entdeckten sich nun beide dem Grafen Zinzendorf und zwar schriftlich. Der Graf nahm ihre Eröffnungen mit hoher Freude auf, und nach Beseitigung einiger Hindernisse wurden wirklich Dober und David Nitschmann (T. Leupold sollte anderweitig verwandt werden) zu den Heiden von St. Thomas ausgesandt; dies geschah am 21. August 1732. Ueberall unterwegs rieth man jedoch den beiden Missionaren von einem solchen Unternehmen ab; zumal in Kopenhagen drang man in sie von ihrem Vorhaben abzustehn; sogar der Neger, welcher den ersten Anlaß zu dem neuen Plane gegeben hatte, bat die Beiden umzukehren und nahm alles früher Erzählte zurück. Hohe und Niedere stellten Dober die Unmöglichkeit seines Unternehmens vor; und wenn er sagte, so wolle er denn ein Sklave werden, um unter die Neger zu kommen, so wurde er verlacht. Er aber blieb unbeweglich und mit ihm sein Gefährte David Nitschmann, der die Bitte Dobers zurückzukehren getrost abwies. Dieser christliche Heldenmuth machte aber nun doch einen Eindruck auf manche Herzen, und so wurde denn von einigen Freunden für sie das Reisegeld nach St. Thomas aufgebracht. Die Reise selbst aber wurde für sie eine neue Uebung, denn das rohe Schiffsvolk übte während der langen Zeit der Ueberfahrt seinen elenden Spott an den beiden. Am 13. Dccember 1732 landeten sie auf St. Thomas, die Losung des Tages rief ihnen zu: „Der Herr Zebaoth rüstet ein Heer zum Streit" (Jes. 13, 14). Und in der That, der Erfolg hat bewiesen, daß nicht Menschen allein in diesem Werke gestritten haben, sondern wahrhaftig der Herr selbst. — Bald nach der Ankunft suchte L. Dober jene oben erwähnte Negerin Anna auf und verkündigte ihr, zugleich aber auch den übrigen gerade gegenwärtigen Negern die Botschaft von dem Jesus Christus, der sie alle durch sein Sterben und Auferstehn selig machen wolle. Seine erste Predigt war das Heilands Wort: „Den Armen wird das Evangelium gepredigt", und die Lieblichkeit der Person Jesu und des Lebens mit ihm überhaupt die Summa aller seiner Zeugnisse. Der Eindruck aber, den dieser Evangelist und seine Botschaft machten, erwies sich bald als ein ungemein mächtiger; zählte doch die Zahl 5*