Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554789-2554792--05542-2561502- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
60 guß seines dichterischen Geistes und in der That ergriffen von dem Geiste Gottes folgendes Lied: Erbarm dich deines Volks, das vor dir lieget, Und sich in seiner Blindheit schmiegt und bieget! -Du hast dich ihm doch, großer Herr, vor diesem Durch so viel Wunder gnädiglich erwiesen. Dein Arm hat sich für sie mit Kraft gezeiget Und Nationen unter sie gebeuget. Sie haben sich nicht selbst für dich erwählet; Dein Rathschluß that's, der Rath, der niemals fehlet. Die Wahl der Gnaden hat sie lassen holen, , Den Ausgang ihren Vätern anbefohlen. Und Abraham zu einem Mann erkoren, Dazu er nicht erzogen noch geboren. Das Glauben war sein einziges Geschäfte, Und das Vertrauen zu dem Gott der Kräfte; Gehorsam sein zu jeglichen Befehlen, Und ledig gehn von allem Eigenwählen. DaS war des großen Patriarchen Weise, Und so gedieh er zu des Schöpfers Preise. — Was diesem Volk nun bis daher begegnet, Da Gott den Vater Israel gesegnet: Das geht einher mit hohen Wunderwellen, Die man sich jetzo kaum weiß vorzustellen. Ihr Unglaub', als das Licht der Welt erschienen, Der Trotz, statt Ihm, der Finsterniß zu dienen; Der Stolz, sich über Alles zu erheben, Und fleischlich als ein Herrschervolk zu leben; Ihr grimmer Haß auf ihre Heidenbrüder Zog Gottes Fluch und Donner auf sie nieder. Darum verkannten sie auch ihren König, Der ihnen allzu arm war und zu wenig; Obgleich ihn die Propheten klar beschrieben, Und alles auf die Aehnlichkeit getrieben,