Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 3) Sie sind alle leibhaftige Kinder des gesegneten Sem, des Erstgeborenen in der neuen Welt; ja was noch mehr, von unserem geistlichen Vater Abraham sind sie der Same und wir sind nur eingepfropft (Röm. 11, 17). 4) Ist es uns ausdrücklich verboten uns wider sie zu rühmen; denn erstens tragen sie uns und wir sie nicht (Römer 11, 18), zweitens kann Gott sie wieder einpfropfen und uns abhauen (Römer 11, 20 — 24). 5) Sind sie nicht weiter von der Seligkeit als wir (Römer 10, 12. 13); denn sobald sie sich von ganzem Herzen zu Gott wenden, so redet ihnen Jesus zum Herzen, und sobald sie das merken, so kriegen sie ihn so lieb als irgend ein Christenmensch auf der Welt. Und man darf ihnen hernach nur Worte sagen, so glauben sie. Das sehn wir an der Jüdin Maria Magdalena, an dem Juden Cleophas, da ihm das Herz brannte, an Thomas dem Juden, da ihm der Herr Jesus seine Nägelmale zeigte, an dem Juden im Mohrenland, da er das Lamm auf der Schlachtbank zu kennen kriegte (Apostelgesch. 8, 27 ff.); und ich sehe es alle Tage an einer Jüdin, die der Herr Jesus ergriffen hat, und die ihn so innig liebt, daß ich mich davor schämen muß. 6) Unsere Juden haben mehrentheils ein Gefühl, das den meisten unter uns fehlt, eine Ehrerbietung vor Gott, einen Respekt vor dem Gesetze und vor alle dem, was sie meinen, daß es ihnen befohlen oder verboten sei. Man hat sich gewiß zu bewahren, daß sie mit ihrem Gehorsam und Furcht uns nicht einen Ekel erwecken vor den ungehorsamen und verwegenen Menschen, die den Namen Christi nennen und nichts nach ihm fragen, die das Evangelium haben und zum Muthwillen gebrauchen. W. Ich möchte doch den Herrn mit einem Juden reden hören. P. Warum nicht? wenn's die Gelegenheit giebt. W. Ei! da ist ja gleich der Jscherle Wolf, den hat mein Bruder gewiß in der Klopfe gehabt.