Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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48 I. (Jude Wolf). Schalom! (Friede! jüdischer Gruß). Herr Meinhart! ich habe sollen zu seinem Bruder kommen und ich bin nicht zu Hause gewesen. Weiß er mir nicht zu sagen, was er gewollt hat? W. Er hat was zu schachern; aber ihr werdet wohl nicht Handelsleute werden. I. Warum nicht? nach dem SchabbeS; morgen kann ich handeln. W. Aber wir nicht. I. Herr Meinhart scherzt; die Christen nehmen's nicht so genau mit dem Sonntage als wir mit dem Schabbes. W. Ja! das war unter dem Gesetz. Wir leben unter dem Evangelio. I. In unserer Thorah steht's nicht so. W. Da muß er mit dem Herrn reden; ich habe nicht studirt. I. Ich auch nicht. Wo der Herr ein Gelehrter ist, so muß er mit unserem Nathan Ben Jochem sprechen, das ist ein vortrefflicher Mann. v W. Ei! der Herr ist ein so großer Freund von den Juden, ich hab's mein'Tage so nicht gesehn; ich bin ganz erstaunt, was er mir von den Juden erzählt hat. I. Vielleicht ist der Herr ein Bar Israel (Sohn Israels) und weiß eS selbst nicht. Es gibt etliche solche wackere Herren hier, mit denen ist Nathan sehr wohl bekannt; ich glaube er kommt bald nach dem Schabbes her, wenn ich's ihm sagte. W. O! hört nur, Jscherle. Grüßt Nathan von meinetwegen und sagt: ich wollte wegen des Wechsels mit ihm sprechen, den der Herr Psarr von Horknitz an ihn ausgestellt hat. Ich habe ihm gute Post zu bringen, er wird bezahlt werden, er soll nur auf den Abend um 8 Uhr ein Bischen Herkommen; ich will ihm weisen, was ich vorgestern auf dem Rathhause gesehn habe; ich will's derweil bei H. vr. Volmarken holen lassen. I. Ich will's ihm gehen sagen. W. Wir kriegen Nathan gewiß her und ich möchte ihn gar zu gern mit dem Herrn disputiren hören.