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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 3-4 (1871) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
3-4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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41 Leben aus den Todten, die Palingeneste, von der auch Christus redet. Und Tholuck gibt Auberlen Beifall, und erinnert an die heilsame Einwirkung bekehrter Juden auf die Kirche zu allen Zeiten, auch in der neueren. Philippi aber deutet es ebenfalls von der extensiven Ausbreitung unter der Heidenwelt, die sich vollenden werde, und von der Neubelebung der erstorbenen Christenheit, welche eine herrliche Blüthezeit der Kirche Christi zur Folge haben werde. Aber beide Stücke, aus denen das „Leben von Todten" bestehen soll, muß ich für irrig halten. Denn was das erste anlangt, die allgemeine Bekehrung, so ist diese ja schon vorher geschehen. Wenn doch nach Philippi der Ausfall, den das Reich Gottes an den Juden erlitten, schon durch die Heiden gedeckt und dann noch ein Supplement gewonnen ist durch die Bekehrung der Juden, was will da jetzt wieder eine Heidenbekehrung? Haben wir im Vorhergehenden den Apostel richtig verstanden, daß die Bekehrung Israels die Christianisirung der Welt zur Voraussetzung hat, so kann selbstverständlich Israels Bekehrung nicht eine Zeit der Mission eröffnen. Das andere aber ist kein Fortschritt über die Gnadengemeinschaft, in der wir jetzt stehen, hinaus. Denn ob er 70 oder 700 Jahre alt wird, ist für den Christen ziemlich gleichgültig. So lange der Tod noch Macht hat, mag er nun früher kommen oder später, ist im Wesentlichen noch der gegenwärtige Stand der Dinge, so lange ist kein wesentlich Neues gewonnen. Und wie soll das vom Apostel „Leben von Todten" genannt werden können? Darunter hat er nicht bloß eine Blüthezeit der Kirche, eine geistliche Neubelebung, eine Zeit der Liturgie oder eine kirchengeschichtliche Auferstehung, wie Martensen sagt, b.i. eine Auferstehung früherer Gaben und Kräfte u. dgl. verstanden, sondern er meint sein Wort wie es lautet. Und warum sollten wirs nicht nehmen wie es lautet? Von Alters her hat man dies Wort von Todtenauferftehung verstanden. Zu dieser Erklärung sind aus philologischen Gründen Fritzsche und Meyer, aus Gründen der Tradition Reithmayr zurückgekehrt. In der Sache stimme ich bei, aber ich glaube sie etwas anders gewinnen und fassen zu müssen. „Leben aus Todten" ist nicht ohne Weiteres: Belebung Todter, d. i. Todtenauferweckung. Wenigstens wäre es sehr undeutlich ausgedrückt. Sondern es ist Leben, das von Todten ausgeht. Pau-

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