Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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39 Da versteht sich denn von selbst, daß viel äußeres Christenthum herrschen wird. Wie könnte es sonst auch zu dem großen Abfall kommen, von welchem Paulus 2. Theff. 2, 3 weissagt und welcher die Voraussetzung des Antichrist und seiner Weltherrschaft ist? Aber der Apostel sagt auch nicht, daß Alle wahre Christen werden würden. „Bis die Fülle der Heiden eingegangen sein wird" — dahin nämlich, wohin einzugehen sie begonnen haben und auf dem Wege find, und wohin einzugehn Israel fich jetzt weigert, nämlich in die Kirche, in diese Gegenwart des Reiches Gottes, und nicht, wie die Jrvingianer dies Wort mißdeuten im Dienst ihrer falschen Lehre: in die Vollendung. Die Jrvingianer finden nämlich hier ihre „Entrückung," welche alle Tage geschehen könne, weil der Abfall schon gegenwärtig, der Antichrist vielleicht schon — nur noch ungekannt — vorhanden sei; vor dessen völliger Offenbarung die Würdigen der Heidenchristen werden zu Christo entrückt werden und mit ihm im Himmel, im Verklärungsstand, herrschen, während auf Erden Israel sich bekehren und nach der Vertilgung des Antichrists im höheren irdischen Segensstande stehen werde. Das ist alles irrig. Nicht von -einem Eingehn in den Himmel, sondern in die Kirche redet der Apostel. „ Und so" — d. h. wenn dieß die Lage der Dinge sein wird, wenn die Heidenwelt in die Kirche eingegangen sein wird — wird das Volksganze Israels des Heils in Christo theilhastig werden. Welches wird die Folge dieser Thatsache sein für den Fortgang der Geschichte des Reiches Gottes? 5. Die Folge der Volksbekehrung Israels wird die — durch die Parufie Christi bedingte — Todtenerweckung und Verklärung der Gemeinde sein. Daß eine solche Thatsache wie die Bekehrung Israels nicht ohne Folgen für den Fortgang der Heilsgeschichte sein werde, ist von vornherein zu erwarten. Wird ja doch auch diese Hoffnung vom Apostel V. 2 nicht bloß mit dem allgemeinen Erbarmen Gottes begründet, sondern vielmehr damit, daß Israel das Volk der Wahl ist. Dies bleibt es V.16, denn Gott nimmt die Erwählung nicht zurück V. 29. Wenn sich also Israel bekehrt, so ist das nicht eine Bekehrung wie irgend eines andern Volks, sondern die Bekehrung des erwählten Volks. Alle