Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 3-4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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36 scheint er die Freiheit aufzuheben und die calvknische Lehre von der Prädestination und dex Unwiderstehlichkeit der Gnadenwirkung zur Voraussetzung zu haben. Denn mit Recht sagt Calov: „wird gerettet werden" bezeichnet nicht bloss äußeres Bekenntniß. Aber es heisst eben nicht: alle Israeliten, sondern das Volk tritt ein in die Gemeinschaft des neutestamentlichen Gnadenheils. Da mag bei gar Manchem das Christlichwerden äußerlich sein: vom Volk als Ganzem gilt, daß es des Heils theilhaftig geworden. Es wird aber ein solcher Ernst der Zeiten und wird eine so mächtige Erweckung und Erregung der Gcmürher sein, daß es den Meisten ein gründlicher Ernst sein wird. ' Obgleich Israel zerrissen und zersplittert ist in alle Welt, bilden doch die disjecta membra dieses Volks ein zusammengehöriges Ganze; ein Band der Einheit hält sie alle zusammen und hindert sie, sich zu verlieren an die Völker, unter denen sie wohnen. Sie sind nicht bloss eine Summe Vieler, sie sind ein einheitliches Ganze. Dies einheitliche Volksganze also wird sich bekehren; gerade ihr Zusammenhang, indem sie mit einander stehen, wird es möglich machen, daß die Bekehrung eine allgemeine sei. So ist die allgemeineBekehrung alsoAeußerung und Wirkung ihrer Einheit und nothwendig begleitet von einer Steigerung ihres Einheitsgefühlö. Nur das Natürliche und psychologisch Nothwendige ist es demnach, daß dies Volk mit seiner Bekehrung oder nach derselben sich nicht auflösen wird in die übrigen Völker und an dieselben verlieren, sondern ein christliches Israel sein wird wie es jetzt ein nichtchristliches ist. Eine Volksbekehrung Israels findet statt, und ein bekehrtes Volk Israel ist daS Resultat. 3. Die Bekehrung Israels ist veranlasst durch die Bekehrung der Heidenwelt. So sagt eö V. 11 ausdrücklich. Daß die Heiden, die sein waren von den Testamenten der Verheißung, deS Heils theilhaftig werden, das wird Israel reizen und nach der Erfahrung desselben Erbarmens begehren machen, daö jenen widerfahren ist V. 31. Es wird sich verwirklichen, was Luther sagt, daß es doch Eindruck auf Israel machen sollte, daß die Heiden, die doch sonst den Juden so feind sind, an Jesum von Nazareth als an ihren Heiland glauben. Am Anfang der Kirche hat die Berufung und Bekehrung der Heiden auf Israel verstockend gewirkt, am Ende wird sie gewinnend