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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
1-2 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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29 Elias nach Mal. 3, 23, und auch Henochs. Allerdings gab es auch abweichende Erklärungen. Hieronymus bekämpfte die Judaizantes: die apostolische Weissagung habe sich am Anfang erfüllt; Ambrosiaster und Theophylakt finden nur eine allmähliche Bekehrung Israels hier gelehrt. — Die mittelalterliche und die römische Kirche halten fest an der Meinung von der allgemeinen Judenbekehrung und der Erscheinung des Elias. Das Gegentheil gilt fast für häretisch. Manche, wie Cornelius a Lapide, bringen hiemit auch die 144,000 der Apokalypse (7, 4) in Verbindung. Der neuere römische Ausleger unsers Briefes, Reitmayr in München, steht, jener traditionellen Auslegung folgend, stolz auf Luther und feine von der Tradition abweichende Auffassung dieser Stelle herab. — In der reformirten Kirche verstand zwar Calvin die Meinung deS Apostels dahin: während die Heldenmenge in die Kirche eingeht, kommen auch Israeliten zum Glauben, so daß am Ende ganz Israel, bestehend aus Juden und Heiden, gerettet ist. Aber nach dem Vorgang von Beza u. s. w. verstand man in dieser Kirche die Worte des Apostels eigentlich, und zwar nicht bloß ein CoccejuS, sondern auch VötiuS; und so auch der Arminianer Episcopius. Dagegen meinte Grotius, die Weissagung sei in der ersten Kirche erfüllt in den Myriaden von Juden, die damals christlich geworden (Apg. 21, 20); und darin stimmten ihm Limborch und Wetstein bei. Was die lutherische Kirche anlangt, so haben wir es hier zunächst mit Luther zu thun. In der Kirchenpostille sagt er in der Predigt zum Stephanstag aus dem Jahre 1521: „So ift's nun gewiß, daß die Juden werden noch sagen zu Christo: gelobet sei der da kommt in dem Namen des Herrn. Das hat auch Moses verkündiget 5 Mos. 9, 30. 31. Item Hos. 3, 4. 5 und Azarias 2. Chron. 15, 2 — 5. — Diese Sprüche mögen nicht verstanden werden, denn von den jetzigen Juden; ste sind ja zuvor noch nie keinmal ohne Fürsten, ohne Propheten, ohne Priester, ohne Lehrer und Gesetz gewesen. St. Paulus Röm. 11, 25. 26 stimmet auch hieher und spricht: Blindheit u. s. w. Gott gebe, daß die Zeit nahe bei sei, als wir hoffen. Amen." (Erl. Ausg. 10, 231 ff.) Diese Stelle findet sich noch in den Ausgaben von 1543 und 44. Seit

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