Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 1-2 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 führt. Sie sind ausgezogen mit dem eigenthümlichen Siegel, was ihre Schmach und ihre Ehre ist. Mofts prägte es ihnen in der Wüste tiefer ein durch seine Institutionen; alle haben den Zweck, sie enger mit ihrem heiligen und schrecklichen Gott zu verbinden. Sein Gesetz besteht nicht bloß aus den allgemeinen Hauptgeboten, welche die sittliche Idee so hoch erhebt, sondern es umschließt sie mit tausend einzelnen Vorschriften, mit ins Kleinste gehenden Verordnungen religiöser Gebräuche. Sie mögen ihren Gottesdienst halten oder am Familientisch sitzen, ihren Berufsgeschäften obliegen, ihr Feld bebauen oder ihren Weinstock pflegen: unter allen Verhältnissen leuchtet der große sittliche Gedanke wie ein Blitz vom Sinaj herab; allenthalben bestehlt das Gesetz, was es nicht erreicht, und läßt Schrecken und Reue hinter, sich zurück. Was in den gesetzlichen Vorschriften als kleinlich und oberflächlich erscheint, ist gerade das, was die Einheit dieses wahrhaft priesterlichen Lebens auSmacht. Das besondere Priefterthum der Familie Aaron ist nur eine Vertretung des Priesterthums des ganzen Volkes; das beweist die Lösungsgabe, welche man bei der Geburt eines jeden Erstgeborenen darbringen mußte. Das Heiligthum, der Sabbath, diefeierlichen Feste sind dazu bestimmt, durch die doppelte Weihe, wenn man so sagen kann, des Ortes und der Tage der besonderen Anbetung des Ewigen die Idee der Heiligkeit noch mehr zu erheben. Der Mittelpunkt des Cultus ist das Opfer. Ein unendliches Bedürfniß der Sühne quält dieses Volk, das vor einem so furchtbaren Gesetze steht und gebeugt einhergeht unter dem schrecklichen Worte: „Verflucht ist Jedermann, der nicht alle diese Dinge erfüllt!" Auch benetzt das Blut der Lämmer und Stiere fortwährend den Altar Jehovahs und vermag doch nie den Durst nach Vergebung zu stillen, nicht einmal am Versöhnungstage, dem großartigen Feste, wo der Hohepriester, nicht zufrieden mit einem Opfer, den mit den Sünden des Volkes beladenen Bock in die Wüste schickte. Alle Reinigungen waren nur Sinnbilder und Typen und hatten keinen anderen Zweck, als das Bedürf-