Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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222 können die Talentvolleren und hierzu Geeigneten dem Lehrfiande sich widmen oder in den Orden treten. Die Ordensregel wird als ein Gemisch verschiedener Regeln geschildert; alle Gebete, Fasten und Abtödtungen deS Leibes aber werden nur zu dem einen Ziele dargebracht „ Heil für Israel." Ueber 400 jüdische Mädchen sind schon durch diese Ordensgenossenschaft dem Christenthume gewonnen worden, und eine bedeutende Anzahl dieser ehemaligen Zöglinge von Sion wirkt als christliche Mütter in dem Marthadienst ihres Hauses. Der Berichterstatter erzählt uns weiter: Nach der Bekehrung seines Bruders AlphonS und nachdem auch dieser Priester geworden war, beschloß Theodor Ratisbonne auch einen männlichen Ordenszweig mit derselben Tendenz zu gründen. Deßhalb legte er ave geistlichen Ehrenstellen nieder (als Domherr von Straßburg und Bordeaux, das er nur noch ehrenhalber ist) und legte das Gelübde der Armuth und des Gehorsams in die Hände des Papstes, der ihn dann mit dem Titel und dem Befehl aussandte, apostolischer Missionar für Israel zu sein. Freilich, wird eingestanden, ist bisher noch wenig gescheh»; „die Priester von Sion" sind wenig mehr als Beichtväter der Klosterfrauen, und diese Beschäftigung dürfte kaum der begeisterten Jugend genügen. Jedoch werden auf diese Weise die Kosten für die sonst zum Dienst der weiblichen Congregation nothwendigen Priester, etwa 15, erspart, und diese Summe zur Erhaltung einer größeren Zahl von Kindern verwandt. Außerdem ertheilen die Priester von Sion vielfach auf Wunsch der Pfarrgeistlichen Religionsunterricht, und in ihren Capellen finden auch die Proselytentaufen statt, bei denen der Papst den Fürbittenden einen vollkommenen Ablaß bewilligt. Wie gesagt, wir berichten einfach nach dem Referat jenes obengenannten katholischen Proselyten, und enthalten uns einstweilen weiterer Bemerkungen. Die erwachsenen Proselyten sind meistens Frauen katholischer Ehemänner, welche so lan^e mit denselben in der Civilehe lebten. Männer sind bis jetzt nur in sehr geringer Zahl gewonnen worden. Doch sind unter diesen wenigen einige Namen von Bedeutung; so unter Anderen der Prior deS CarmeliterordenS und Lokalsuperior zu London, Pater Kohn. Derselbe trat während einer Nacht in eine Kirche von Paris, „in welcher gerade das hochwürdigste Sacrament ausgesetzt war, und durch die göttliche Güte des Heilandes, der immer bei uns sein will, wurde er derart gerührt, daß er sich entschloß Christ zu werden und in der Folge in jenen strengen Orden trat." Wir haben hier wörtlich citirt. Ferner gehört zu den berühmteren Proselyten der frühere Mönch (von den Söhnen des Patriarchen Elias und der heiligen Theresia) und jetzige PrälatBauer, gegenwärtig Beichtvater der Kaiserin von Frankreich und bekannt als Canzelredner. Bon ihm stammen z. B. die Conferenzreden: