Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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und abgeschlossenen Stadtthcilen vor der Wuth des Pöbels sicher wußten, diesen gestattet worden sei. Dagegen seien allerdings die Juden in Rom geradezu genöthigt worden Missionspredigten zu ihrer Bekehrung anzuhören, eine jährliche Abgabe für dir Erlaubniß, in Rom wohnen zu dürfen, zu zahlen und allen Studien, mit Ausnahme des Studiums der Medicin, ferne zu bleiben. Was die eigentliche Misstonsthätigkeit für Israel betrifft, so hat dieselbe, wie uns mitgetheilt wird, sich lange auf eine Fürbitte für Israel in der Liturgie des Charfreitags beschränkt. Ein Umschwung zum Besseren jedoch ging in neuerer Zeit von Proselyten aus. Vor ungefähr 40 Jahren nämlich wurden im Straßburger Münster drei junge Proselyten getauft, die sämmtlich Priester wurden. Einer derselben ist bereits gestorben, der Andere römischer Prälat, der dritte Pater Theodor Ratisbonne zu Paris, Stifter der Kongregation „ Unserer lieben Frauen von Sion zur Bekehrung der Juden." Er war es nämlich, welcher die über die ganze Erde verbreitete ^rclliecmkreria de« meres chretiennes gründete, denen er in ihrem Manual, als geistliche Uebung nach allen ihren Gebeten, einen Act der Reue zu verrichten vorschrieb für den Heilandsmord, welchen Israel begangen, in Verbindung mit den Worten Christi am Kreuz „Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." Unter diesen christlichen Müttern befand sich auch eine mit irdischen Mitteln reich gesegnete Wittwe. Dieselbe stellte ihr ganzes Vermögen dem Pater Ratisbonne zur Verfügung, und seiner Anregung folgend widmete sie sich als die Erste dem Dienste an Israel in einer Missionsanstalt für israelitische Mädchen, welche jener Pater ins Leben rief. Von diesem Anfänge aus entstand der Orden „Unserer lieben Frauen von Sion," der gegenwärtig in 13 Häusern über den Erdkreis verbreitet ist und mehr als 400 Mitglieder zählt, unter denen 60 —70Proselytinnen. Die Frauen haben meist ausgedehnte Pensionate für Töchter höherer Stände, die sehr zahlreich besucht sind. Aus den Ueberschüffen aber wird in jedem Hause, getrennt vom Pensionat, ein Katechumenat gehaltenem welchem die jungen Profelytinnen so lange bleiben, bis für ihre Unterkunft anderweitig gesorgt ist; doch