Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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220 erste Denkmal geistiger Erhabenheit, welches sie eben sich selbst gesetzt haben. Damit, daß die Juden auftreten, damit, daß sie zu denken und zu leben beginnen, ist nach ihrer Anschauung das Heil der Welt erschienen; ihr Geist ist das schöpferische Princip, ist der Quell der Wahrheit für die Welt; sie selbst, ihre Personen, die rechte Verwirklichung dessen, was der Plan Gottes an den Menschen erweisen wollte. Die Geschichte hat nicht in Jesu Christo, sondern in den Juden einzumünden; sie sind gleichsam der Heiland der Welt. Das nannte unser Erlöser den Pharisäismus, das ist noch heute, nunmehr natürlich im modernen Gewände deS 19. Jahrhunderts, der Pharisäismus des Judenthums. Judenmission in der katholischen Kirche. Die nachfolgenden Mittheilungen stammen aus einem Artikel der Luthardt'schen Kirchenzeitung, welcher einen jüdischen Proselyten der römisch-katholischen Kirche zum Verfasser hat. Derselbe beklagt es, daß in seiner Kirche zu wenig für die Bekehrung seines Volkes geschehe. Er tadelt mit allem Ernst die mittelalterlichen Verfolgungen der Juden und insbesondere, daß seit langer Zeit nur katholische Völker eine Fortsetzung derselben sich hätten zu Schulden kommen lassen. Ebenso entschieden erklärt er sich gegen jeden Zwang in der Bekehrung der Juden und klagt, daß die Christenheit früher gar wenig erbarmende Liebe dem Volke zugewandt habe. Den falschen Bestrebungen der Inquisition hält er das Beispiel eines der Heiligen der katholischen Kirche gegenüber, des Franziskaners Johannes Capistranus, der sein ganzes Leben der Judenmission gewidmet und z. B. allein in Schlesien über 500 Juden in die Kirche ausgenommen habe. Ferner will dieser katholische Proselyt zwar die Päpste nicht sreisprechen, daß auch sie zu viel Gewalt gegen die Juden angewandt hätten, macht aber darauf aufmerksam, daß die Errichtung der' Ghettis nicht eine Erfindung der Päpste gewesen, sondern auf die eigene Bitte der Juden, welche sich in diesen ummauerten