Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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186 verfährt? Antwort. Deshalb weil es auch den Israeliten begegnet daß sich die heiße Zeit von der Sonnenwende bis zu der Zeit des Laubhüttenfestes erstreckt und es ihnen oft Angst und Noth macht. Allein Rabba sagt: Wer sich beengt fühlt, der kann von der Lalibhütte sich frei machen (d. i. der braucht nicht darin zu wohnen). Also dürfen sich wohl auch die Heiden davon frei machen? Allerdings! Aber sie sollen sie nicht zertreten, (dadurch versündigen sie sich). Wenn Gott, der Heilige, geb. s. er, dies sehen wird, wird er sich setzen und über sie lachen, wie geschrieben steht (Ps. 2, 4): der im Himmel sitzet u. s. w. Erläuterungen. Die aufgeführte Hagada hat mit der Darstellung bei Matth. 25, 31 — 46 zunächst die Idee eines am Ende der Welt über alle Völker, Böse und Gute, zu haltenden Gerichtes gemein. Der Unterschied liegt nur darin, das! nach dem Talmud Gott, der Heilige, nach Matthäus aber Christus, der Messias, als Richter und Vergelter erscheint. Doch dieser Unterschied ist nicht von großem Belang, kann also durchaus keinen Anstoß erregen, zumal wenn man bedenkt, daß nach mehreren alttestamentlichen Stellen, vornämlich nach Ps. 2 dem Messias von Gott Macht und Herrschaft gegeben, die Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt und überhaupt alles ihm unterstellt wird. Wenn Christus als der Messias sich somit die Jurisdiction am Ende der Dinge zuschreibt, wenn er als Richter sich gerirt und die Werke der Menschen auf der Wage der göttlichen Gerechtigkeit abwägt, so tritt er dabei durchaus nicht als Usurpator auf, er maßt sich nicht Thätigkeiten und Handlungen an, die nur Gott als seinem Vater zustehen und auf die er kein Recht und keinen Anspruch habe. Das Recht der Jurisdiction steht dem Messias auch nach der Anschauung des Alten Testamentes zu. Vergl. dazu noch Joh. 5, 27: Gott hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, und 2. Cor. 5, 10: Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nachdem er