Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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185 hin und haltet dieses, i) Wie kann aber Gott so sagen. R. Jeschua, der Sohn Lewi'ö, sagt ja: Was heißt das, was Deut. 6, 6 geschrieben steht: Was ich dir heute gebiete, das thue. „Heute" also sollt ihr es thun und nicht morgen. Heute sollt ihr es thun, aber nicht heute wird der Lohn in Empfang genommen, (d. i. dieses Leben ist für die Beobachtung des göttlichen Gesetzes bestimmt und nicht jenes Leben; in jenem ist der Lohn einzuernten für Erfüllung im diesseitigen Leben). Antwort. Gott, der Heilige, geb. s. er, verfährt nicht tyrannisch mit seinen Geschöpfen. Warum nennt er aber das Gebot (der Laubhütte) ein leichtes? Weil es den Geldbeutel nicht vermindert (d. i. es kann ohne großen Geldaufwand gefeiert werden). Sofort nimmt jeder einzelne (der Heiden) das Nölhige mit stch, geht und errichtet eine Laubhütte auf dem flachen Dache. Gott, der Heilige, geb. s. er, läßt aber ihre Laubhütten die Sonne durchbohren in (der Zeit) der Sonnenwende des (Monats) Tannis (d. i. des Augusts), daher zertritt jeder seine Laubhütte und gehet heraus, wie es heißt (Ps. 2, 3): Lasset uns zerreißen ihre Fesseln und von uns werfen ihre Stricke. Warum aber läßt sie Gott durchbohren, du hast ja eben gesagt, daß Gott nicht tyrannisch mit seinen Geschöpfen ') Das Laubhüttenfest NldllN ZN, oder PjaNn ZN das Fest des Emsammelns, das Erntefest (Lev. 23, 33 — 36; 39 — 43, Joh. 7, 2) ist das dritte Hauptfest der Juden; es wird theils zum Andenken an den vierzigjährigen Aufenthalt der Israeliten in der Wüste gefeiert, theils als Danksest für die letzte Ernte, besonders für die Weinlese. Das Fest beginnt den 15. Tisri, (d. i. October) und währt sieben Tage lang. Der erste und letzte Tag ist besonders heilig, an ihnen wird nicht gearbeitet. Die Zwischentage dagegen find nur Halbfeste. Der achte Tag, NILp Festversammlung genannt, ist gewissermaßen als Zugabe anzusehen und muß ganz besonders heilig gehalten werden. Die Juden wohnen noch heute an diesem Feste in Laubhütten. welche ste aus den Besten dichtbelaübter Zweige flechten. Wenn es angeht, wird die Laubhütte auf das platte Dach der Häuser gepflanzt, so namentlich in Tunis und Tripolis, wenn nicht, so errichtet man sie im Hosranme des Hauses, was namentlich von den europäischen Juden geschieht. Die Talmudlehrer waren bald mit dem einfachen Ritus der Feier, wie Lev. ihn vorzeichnet, nicht zufrieden, ste stellten bald allerhand mikrologische Lehren auf, die wir in den Tractate», Moro und Sncca niedergelegt finden.