Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554781-2554788--05434-2561392- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
182 aber wissen wir, daß sie dieselben nicht gehalten haben? Antwort. Aus dem, waS R. Joseph überliefert zu Hagg. 3, 6: Er stand und maß das Land, schaute und löste (sprach frei) die Heiden.') Was sah er? Er sah die sieben Gebote (Noa's), welche die Kinder Noa's angenommen, aber nicht gehalten hatten; weil sie sie nun nicht gehalten hatten, stand er und löste sie (sprach sie frei) davon. Gewannen die Völker davon? Wenn dem so wäre, so fänden wir, daß der Sünder (durch sein Sündigen) sich Lohn erwerbe. Mar, der Sohn Rabina's sagt: Jetzt, wenn sie (die Kinder Noa's) sie (die sieben Gebote) auch halten wollten, so empfangen sie doch keinen Lohn dafür. Nicht? Die Bareita ist, daß R. Mür gesagt habe: Woher wissen wir, daß ein Heide, der dem Gesetze obliegt, gleich sei einem Hohenpriester? Antwort. Daher, daß geschrieben steht (Lev. 18, 5): Der Mensch, welcher sie (die Rechte und Satzungen Gottes) erfüllt, wird durch sie leben. Es wird nicht gesagt: welche Priester, Leviten oder Israeliten, sondern einfach, welcher Mensch. Daraus lernen wir, daß auch ein Heide, welcher dem Gesetze obliegt, gleich ist dem Hohenpriester. (Also empfängt er doch Lohn.) Du mußt daher sagen (d. i. die Worte des Mar, des Sohnes Rabina's, dahin verstehen): Die Heiden, die die Gebote halten, empfangen keinen Lohn, aber der, welcher sie hält, weil es ihm anbefohlen, der empfängt Lohn; denn R. Chanina sagt: der ist größer, der die Gebote hält, weil sie ihm befohlen worden, als der, welcher sie hält, ohne daß er den Befehl dazu bekommen hat (d. i. der sie beobachtet aus freiem Antriebe).?) Die Heiden werden dann gegeben, sind folgende: 1) keine Abgötterei zu treiben, 3) Gotteslästerung zu vermeiden, 3) keinen Todtschlag zu üben, 4) nicht in Ehebruch zu verfallen, 5) nicht Diebstahl zu begehen, 6) Gerechtigkeit zu handhaben, 7) kein Blut zu essen. Vgl. Gen. 9, 6 ff. Diese Gebote, welche das ganze Naturgesetz in sich beschließen, müssen von allen Menschen, auch von den Heiden beobachtet werden, wenn sie nicht der göttlichen Strafe verfallen wollen. ') Die Heiden sind nach der Ansicht des Talmuds von der Erfüllung der sieben Gebote sreigesprochen, da sie dieselben nicht gehalten haben. Vgl. Lada Kama Fol. 38»- a) Die Hagada sucht hier die vorangehenden widersprechenden Meinungen z« vereinigen. Da nach der Ansicht des R. Joseph und Mar, Sohn Rabina's,