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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 12 (1870) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
12 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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183 vor Gott dem Heiligen, geb. s. er, sagen: Herr der Welten! Die Israeliten, welche doch das Gesetz empfangen haben, wie haben diese es gehalten? Gott, der Heilige, geb. s. er, wird ihnen antworten: Ich will für sie zeugen, daß sie das Gesetz erfüllt haben. Sie sagen vor ihm: Herr der Welten! Kann wohl der Vater zeugen für seinen Sohn? Es steht ja geschrieben (Ex. 4, 22): Israel ist mein Erstgeborner! (Vor Gericht hak das Zeugniß eines Vaters für seinen Sohn keine Kraft, wie kannst du also, o Gott, für Israel zeugen wollen, da du es für deinen Erstgebornen erklärt hast)? Gott der Heilige, geb. s. er, antwortet ihnen darauf: Himmel und Erde sollen für sie zeugen, daß sie das ganze Gesetz gehalten haben. Sie darauf vor ihm: Herr der Welten! Himmel und Erde stoßen an ihr Zeugniß, (d. i. beide können nicht für sie zeugen, denn ihr Zeugniß könnte nicht frei sein von Parteilichkeit und Eigennutz); denn es stehet geschrieben Jer. 33, 25: Wäre nicht mein Bund (d. i. das Gesetz) Tag und Nacht, so hätte ich die Gesetze des Himmels und der Erde nicht hervorgebracht. Ebenso sagt auch R. Schimon der Sohn des Lakisch: Was heißt das, daß geschrieben steht (Gen. 1): Und es war Abend und es war Morgen der. sechste Tag ('LkV'.N mit dem Artikel, während doch alle vorhergehenden SchöpfungStage den Artikel nicht haben)? Um uns zu lehren, daß Gott der Heilige, geb. s. er, mit dem Werke der Schöpfung (eigentlich des Anfanges) einen Vertrag gemacht und gesagt habe: Wenn die Israeliten mein Gesetz annehmen, so ist es gut, wenn nicht, so werde ich euch wieder ins Tobu wa-Bohu (d. i. ins finstre, den Heiden durchaus kein Lohn in Aussicht steht, so mußte nothwendig ein Grund dafür ausfindig gemacht werden. Man sagte daher: den Heiden wäre das mosaische Gesetz angeboren worden, sie aber hätten es zurückgewiesen. Ebenso seien sie von der Erfüllung der sieben Noa'schen Gebote befreit worden, nachdem sie dieselben nicht gehalten. R. Me'lr aber behauptete, daß den Heiden derselbe Anspruch auf Belohnung zustande wie den Juden. Den Redactoren der babylonischen Gemara lag nun ob, beide Ansichten gegeneinander anszugleichen. So kamen sie auf den verzweifelten Gedanken, daß den Heiden zwar ein geringer Lohn für ihre Tugend und Frömmigkeit in Aussicht stehe, aber mit dem Lohne der Juden in keiner Weise zu vergleichen sei.

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