Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554781-2554787--05423-2561380- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
172 Möge der Herr in Gnaden das Comitä bei der Wahl eines Nachfolgers in seinem Amte zu Frankfurt leiten, und manche Männer wie diesen erwecken, welche die Stellen der Fahnenträger, die in dem Kampfe fallen , einnehmen können. Aus Norwegen. Bei der am 27. und 28. April dieses Jahres in Berlin abgehaltenen Conferenz der in Deutschland an der Verbreitung deS Ehristenthums unter den Juden arbeitenden Missionsgesellschaften waren auch Vertreter einiger Gesellschaften aus anderen Ländern erschienen. Besonderes Interesse erweckten die Mittheilungen des SecretairS der norwegischen Gesellschaft in Chriftiania, des Candidaten Hä rem. War derselbe gleich der deutschen Sprache nur in geringem Maße mächtig, so gehörten seine Worte dennoch zu dem Schönsten, was bei dieser Gelegenheit gesprochen oder mitgetheilt wurde. Cand. Härem sprach ungefähr folgendes: Liebe, theure Brüder! Ich habe zwar das Gefühl, daß ich sehr schlecht Deutsch spreche, aber dennoch muß ich Einiges sagen, da mir das Glück zu Theil geworden ist, unter den lieben Brüdern zu sein. Ich habe einen Gruß von Norwegen zu bringen, dem Lande der Mitternacht und der Mitternachts-Sonne. Unser Land und Volk sind freilich auch nicht mit der modernen Cultur beglückt, wenngleich die meisten Norweger lesen und schreiben können; aber unser Volk ist, Gott sei Dank, im Ganzen ein glückliches Volk, nicht nur im Worte, sondern auch im Leben. In unseren Thälern und an unseren Ufern herrscht ein reges Christenleben, wie sich das in der Wirksamkeit für die Heiden-Mission offenbart hat, so daß eS nur sehr wenige Gemeinden in Norwegen giebt, in denen wir nicht einen Missions-Verein für Heiden-Mission haben. Aber, Gottlob, auch für Judenmission besteht bei unS herzliche Theilnahme. Die meisten Freunde der Heidenmisston unter unS sind auch Freunde der Judenmission, Freunde Israels, die da wünschen, daß dasselbe zu unserem theuren Glauben bekehrt werden möge. Dieselben Männer, welche die Heiden-Mission unter uns begannen, arbeiteten zuerst auch für Israel. Lange Zeit standen sie freilich allein