Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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zum Kreuze Christi kriechen/ Gott zu bitten, um seines theuren SohneS willen ihnen Gnade zu geben, daß sie Gelegenheit fänden seine Botschaft un Israel zu bringen. Wie anders jetzt! Juden von jeder Gemeinde mit seltenen Ausnahmen sind.willig, den Boten des Evangeliums zu hören und seine Fragen zu beantworten. Eine große Zabl bekennt, daß eS beffer sei zum Missionar zu geben, um zu hören, was wahrhaftes Judenthum ist, als ihren eigenen blinden Führern zu folgen. Dr. Paper war auch sehr tbätig in seinen Bemühungen Christen an dem Misstonswerke unter den Juden und an dem heiligen Lande Palästina zu intcressiren. Während der letzten 15 Jahre wurden für diesen Zweck 528 Lstr. 8 Sh. 9 D. (etwa 3500 Thlr.) durch die Gesellschaft, welche er gründete und leitete, „die Zions-Gesellschaft," gesammelt- So wuchs das Werk von Jahr zu Jahr und der Segen Gottes über demselben war offenbar. Dr. P op ers letzte Krankheit begann im vergangenen Winter mit einem schweren Hals- und Brustleiden, welches seinen Einfluß auf eine Verschlimmerung des Herzklopfens übte, an dem er seit mehreren Jahren litt. Eine geringe Besserung setzte ihn in den Stand einige seiner Amtspflichten im Anfänge des Jahres wieder zu übernehmen, aber bald geschah ein Rückfall, und am 22. April ging er zu seiner Ruhe ein. Am 25. April folgten alle protestantischen Pastoren Frankfurts seinen irdischen Ueberresten zu Grabe, sowie auch der Consul ihrer britischen Majestät mit vielen Juden und Proselytekr. Zwei jüdische Familien, welche mit unserem verstorbenen Missionar in demselben Hause wohnten, statteten der Familie Besuche des Beileids ab, und ließen ihre Diener dem Leichenzuge mitBlumen vorangehn. Sein verhältnißmäßig früher Tod wird von vielen Juden, die ihn kannten, sowohl in Frankfurt als an andern Orten, sehr bedauert. Als der Rabbi einer Reform-Synagoge durch einen unserer Missionare von dem Tode Dr. Pop ers benachrichtigt wurde, sagte er: „Dr. Pop er war ein vortrefflicher Mann. Ich habe ihn wohl gekannt. Er genoß hohe Achtung unter meinen Freunden, die auch die feinigen waren. Ich habe ihn wirklich recht geliebt, obgleich er ein Proselyt war."