Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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167 herab, und ließ sein Licht in mein Herz scheinen, welches von tiefer Finsterniß umgeben war; hier brachte er mich, der ich darauf auSging meine eigene Gerechtigkeit aufzurichten, unter den Einfluß der göttlichen Gnade nach einer langen Zeit deS Widerstrebens gegen die Gedanken des Friedens, welche er gegen mich hatte, zur Erkenntniß. Nicht lange nach meiner Anstellung an diesem Orte wurde ich bekannt und in kurzer Zeit auch sehr befreundet mit einem jungen Manne, der ungefähr in dem gleichen Alter mit mir stand. Derselbe, ein Enkel des früheren Geistlichen der Stadt, war Hauslehrer in einer Familie; und durch ihn wurde ich im Laufe der Zeit auch mit dem Geistlichen und den christlichen Lehrern des Ortes wie der Nachbarschaft bekannt. Sie Alle vereinten ihre Bemühungen, um mich von der Wahrheit des Christenthums zu überzeugen und um mich für Christum zu gewinnen; und mit ihnen Allen, besonders aber mit meinem jungen Freunde, brachte ich mehrere Jahre hindurch manche Stunden in ernster Unterredung, nachdenklichem Forschen und aufmerksamem Lesen des Alten sowohl als des Neuen Testamentes zu. Durch manche Unterhaltung während desselben Zeitraumes mit einem sehr unterrichteten Juden der Stadt, welcher dem Christenthume geneigt war, aber doch auch recht viele von den eigenthümlichen Gedanken Spinozas und Hegels in stch ausgenommen hatte, war ich nach und nach ein wenig gleichgültiger gegen das Judenthum geworden, als es Anfangs der Fall gewesen. Aber doch war mein Eifer für dasselbe noch groß genug, wenn ich gleich immer klarer sah, daß es stch nicht in Uebereinstimmung mit der Bibel befand, um jede irgend mögliche Anstrengung zu machen, die Einwände, welche gegen dasselbe von meinen christlichen Freunden erhoben wurden, zu widerlegen und ihre Gründe für das Christenthum umzustoßen; denn da ich von Kindheit an als ein durch und durch rabbinischer Jude erzogen und unterrichtet war, so waren meine Vorurtheile gegen das Christenthum und meine Feindschaft gegen Christum selbst keineswegs geringe. So ging ich denn länger als 3 Jahre dahin; sprach, forschte und las viel über die Wahrheit und hatte in meinem Herzen recht große Roth. Im Verlauf der Zeit sah ich dann das Licht wohl, aber ich Verschloß meine Augen gegen dasselbe; — ich wußte die Wahrheit,