Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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165 wen, zu sich lade, locke und endlich auch an seinem Herzen selig ruhen sehe. Missionar Rev. Poper. Am 22. April dieses Jahres starb in Frankfurt a/M. der dort stationirte Missionar der Londoner Gesellschaft für Israel, Henry Poper. Hochgeschätzt von seinen persönlichen Bekannten und von Vielen, die seine Tüchtigkeit im Missionsdienst zu würdigen Gelegenheit gefunden hatten, wird eS von Interesse sein, einen kurzen Abriß seines Lebens in unserem Blatte zu geben. Die hier gemachten Mittheilungen sind den „Jewish Intelligence" vom Juli dieses Jahres entnommen. Dieselben enthalten besonders auch die eigene Erzählung des Heimgegangenen über sein früheres Leben und seine Bekehrung zum Christenthum. Er sagt selbst: „Ich bin von jüdischen Eltern zu Breitenbach in Curheffen (war aber hannoverscher Unterthan) im April 1813 geboren, drei Monate nach dem Tode meines Vaters, dessen Name Israel Poper war; meiner Mutter Name war Sarah. Durch Gottes Gnade bin ich nun ein Christ und ein protestantisches Glied der Kirche von England. Meine Mutter kehrte, als ich ungefähr 2 Monate alt war, nach ihrem Geburtsorte Hildesheim im Königreich Hannover zurück, wo mein Großvater das Ehrenamt eines Dajin (Richters) in der jüdischen Gemeinde bekleidete, und in dieser Stadt empfing ich meinen Unterricht in einer vortrefflichen Schule, die unter der Oberaufsicht des städtischen Rabbi Wolfsohn stand. Außerdem wurde ich privatim von einigen christlichen Lehrern und dem Rabbi selbst unterrichtet, da es nicht allein von meiner Mutter und meinen Verwandten, sondern auch von dem Rabbi gewünscht wurde, daß ich mich für das Amt eines jüdischen Lehrers vorbereiten sollte. Als ich ungefähr 14 Jahre alt war, wurde ich, während ich noch meinen eigenen vorbereitenden Studien oblag, von mehreren Familien in Hildesheim, sowohl jüdischen als christlichen, engagirt, Elementarunterricht den jüngeren Gliedern ihrer Familien zu geben, was als sehr vortheilhaft für mich