Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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164 lichen Masse gestalten auch die Juden völlig um; sie sind die Gezogenen, und das Ihre, das sorgsam bis zum Anfang des Jahrhunderts Aufbewahrte/ schwindet täglich in höherem Maße. Die Reformer gehen willig und mit Bewußtsein diese neue Bahn, die Orthodoxen halb verschämt, halb klagend, halb ängstlich^ auf die anderen scheltend, und doch ihnen Schritt für Schritt folgend. Aber Erde ist Alles, was sie thun und treiben und denken und reden. Unter denjenigen dagegen, welche nicht blos Zeit, sondern eben so sehr Ewigkeit kennen, unter denjenigen, welche im GotteSherzen ihre Ruhe und Heimath suchen, hört man noch immer und zwar an immer neuen Stellen der Erde und an allen Enden derselben das Bekenntniß, daß es sich auf dem Boden des apostolischen Glaubens, den jede Kirche und christliche Sekte sonntäglich hört, nach wie vor ganz sicher steht. Wir haben sonst viel mehr Wissen als unsere Väter, und wiederum ist das Wissen unter den Christen der heute lebenden Völker ein sehr ungleiches, aber vor diesem Glaubensbekenntniß der alten Kirche stehen Unzählige da und lernen immer neu und lernen es nicht aus, denn sie erklären, daß sie hier in die Gottesgeheimnisse der Ewigkeit mit aufgedecktem Angesicht schauen. Wir haben und finden darin genug; und Alles, was an Erdengütern oder Erdenwissen uns entgegenkommt, dient uns nur dazu, noch reicher und tiefer und vielseitiger und klarer die Stelle dessen zu verstehen, was uns der Grund und Ursprung von allem in der Gegenwart Gepriesenen ist. Die Cultur ist uns also nicht Finsterniß, sondern an sich Licht, aber freilich ein gebrochenes; denn aus der Nacht der sündlichen Herzen spiegelt dasselbe sich ja erst wieder. Die Sonne selbst hat für uns höheren Glanz, Die Sonne aber ist uns Christus, in dem alle Kraft und Weisheit und Freuden und Licht, welche Menschen sammeln und doch nur flüchtig ergreifen können, zu voller, reiner, lauterer, ewiger Klarheit gelangt sind. Christus aber will unser Gut sein; und die Mission unter Israel bietet diesem Christus den Mund dar, damit er sein Volk, dessen Fleisch und . Blut er selbst angenom-