Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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156 Secretair im Namen der Juden von Jerusalem einen Silbersekel, zum Zeugniß ihrer Dankbarkeit gegen die Londoner Gesellschaft für Israel. Lassen Sie mich Ihnen die Geschichte dieses Sekels erzählen. Es gab einen großen Rabbi in Rußland, welcher zwischen 20 und 30,000 Anhänger hatte, die zu der bigotten Sekte der sogenannten Chastdim gehörten. Er war ein würdiger Mann, und die Leute kamen aus großer Entfernung, um auch nur den Saum seines Kleides zu berühren. Der Rabbi in Jerusalem nun hatte diesen Silbersekel gekauft und beabsichtigt, ihn als Geschenk an diesen großen Rabbi in Rußland zu verwenden. Eines Morgens jedoch entfernte der jüdische Rabbi seine GebetSriemen und warf sie mit den Worten auf die Erde, „ich bin überzeugt, daß Jesus von Nazareth der Messias ist und will sie niemals wieder anlegen." In Folge dieses Entschlusses wurde die Reise nach Rußland natürlich aufgegeben. Die Juden drohten ihn als einen Anhänger der Missionare zu tödten, obgleich er niemals mit den Misftonaren gesprochen hatte, sondern er war unter dem Lesen des NeuenTestamentS überzeugt worden, daß Jesus der Heiland sei und opferte nun Wohlsein, Einfluß, Macht, kurz Alles und bekannte es kühn, daß Jesus sein Erlöser sei. Dieser Rabbi gab unserem Secretair den Silbersekel,- und ich glaube, Sie werven mit mir übereinstimmen, daß über denselben nicht besser verfügt werden konnte. Sodann aber will ich Ihnen ein anderes Beispiel erzählen, welches Ihnen zeigen kann, welcher Art die Gefühle der Juden gegen diese Gesellschaft sind. Eö giebt sehr wenige englische Juden in Jerusalem, aber wir hatten daselbst einen Juden aus Manchester, welcher sehr viel verfolgt wurde, weil er eins seiner Kinder in die christliche Schule sendete. Er hatte im Ganzen fünfKinder, eins derselben war fast im letzten Stadium der Auszehrung. Er hatte nicht Nahrung genug für diese fünf, und unsere treffliche Schulvorsteherin, Miß Diron, bat ihn, das Kind ihr zu übergeben; sie wollte Alles thun, was sie könnte, den Organismus des Kindes zu stärken und es mit der nöthigen ärztlichen Hilfe zu versorgen. Der Mann aber fürchtete sich, daß wenn er dies thäte, er seine Beschäftigung und die Mittel, sich das Brot zu erwerben, verlieren würde. Eines Tages jedoch übergab er das Kind Miß Diron und nach einiger Zeit wurde dasselbe besser. Er entschloß