Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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157 sich darauf, das zweite Kind in die Schule zu schicken, als die Rabbinen mit einem Male Feuer fingen und ihm den Antheil an dem Gelde entzogen, welcher diesem Juden als einem Rabbi in Jemsalem gewährt war. Unser Missionsarzt ging zu dem ersten Rabbi und legte gegen diese Grausamkeit Einspruch ein, indem er ihm drohte, daß wenn er nicht sogleich dem englischen Juden bezahle, was demselben zukomme, er nach England schreiben würde, und die Folgen würden ernsthafter Art sein. Einer der anwesenden Rabbinen lachte darüber und sagte: „England! Was kümmern wir uns um England? Die einzige Wvhlthat, welche wir von England empfangen, kommt von der Londoner Gesellschaft für Israel." Nun find diese wenigen und einfachen Thatsachen nicht hinreichend, um Sie zu ermuthigen in diesem Werke fortzufahren und keine Hindernisse in den Weg zu legen? Denn es giebt keine in dem Wege des Werkes, weder in Jerusalem noch in ganz Syrien? In Damaskus hoffe ich, wenn mir Gott das Leben schenkt, in diesem Herbst eine Misfionsstation zu eröffnen. Glücklicherweise ist Damaskus nicht eine hellige Stadt und dieLeute daselbst müssen entweder arbeiten oder hungern. Man findet deshalb auch in Damaskus nicht müssige Juden, und die Folge ist, daß sie sich nicht einen Pfifferling um die Rabbinen bekümmern, sondern über ihre Anathemas lachen. Daher haben die Juden in Damaskus auch die Gewohnheit ihre Gedanken über das Christenthum frei auszusprechen. Als die Missionare nach Damaskus kamen, wurden sie von den gelehrtesten Juden besucht, die sich mit ihnen über die großen Wahrheiten des Christenthums besprachen; in weniger als drei Tagen verkauften wir alle unsere Bibeln und Neuen Testamente unter den dortigen Juden, und so groß war der Durst nach dem Worte Gottes, daß wenn wir 20 Kisten voll Bibeln gehabt hätten, wir sie alle verkauft haben würden. In Damaskus hat Mrs. Thompson eine Schule für Juden, Muhamedaner und Christen eingerichtet, und in dieser Schule werden nicht weniger als 40 jüdische Mädchen erzogen. Nicht lange vorher, ehe die Schule eröffnet wurde, war ein jüdisches Mädchen von angesehenerFamilie voll Eifers lesen und schreiben zu lernen, aber ste sagte: „Wir Juden knieen niemals und beten nicht wie die Christen und können uns nicht mit ihnen zum Vaterunser vereinigen."