Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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153 tung einige wenige christliche Freunde, gingen dahin, um zu hören, was man sagen würde. Er frug: „Habe ich irgend ein Verbrechen begangen, oder etwas gethan, um der jüdischen Gemeinde Schaden zuzufügen?" Man antwortete: „Nein, wir haben dich immer geachtet, und wenn du als ein guter Jude leben willst, bis du 30 Jahr alt bist, so wollen wir, wenn die 50 Pfund JahreSgehalt, welche du jetzt erhältst, für dich nicht ausreichen, diese Summe verdoppeln oder selbst verdreifachen. Aber bringe nicht Schmach auf unser Kleid, auf dich selbst und alle Rabbinen, indem du ein Christ wirft." Er antwortete: „Euer Anerbieten hat etwas Verführerisches, aber ich kenne ein noch besseres, daö mir gemacht ist, denn das Neue Testament bietet mir eine Krone der Herrlichkeit an. Könnt Ihr mir eine Krone, einen Thron, ein Königreich darbieten? Das Neue Testament hat daS Alles für mich. Das ist es, sehet es wohl an, warum ich bereit bin zu leben und zu sterben für den Glauben an Jefum Christum" Die Rabbinen antworteten: „Wir haben Alles über dich und deine Genossen in der Misston gehört, und wenn du ein Christ wirst, werden fie dich zu einem Schneider oder Schuster machen." Er entgegnete: „Ich bin nicht allein bereit, das zu werden, sondern auch die Straßen Jerusalems zu fegen, um mein Brot zu verdienen, wenn ich lebe und sterbe als ein glücklicher Mensch." Ich will alsdann nur einen anderen Fall von Verfolgung erwähnen, von einem jüdischen Forscher, welcher ein Schneider seines Gewerbes war; doch war er ein bemerkenöwerther und wirklich gelehrter Mann. Da er fich überzeugt hatte, daß Jesus der Heiland sei, ging er Tag für Tag in das jüdische Viertel und predigte daselbst Christum. Die Juden begannen ihn zu schlagen und ihm vorzuhalten, daß es ganz nutzlos wäre ihnen zu predigen. Wir haben hier Missionare, sagten sie, welche dafür bezahlt werden, daß sie dies thun, was haben wir also noch, daß du zu uns kommst? Er verblieb jedoch dabei und sagte ihnen, daß sie bei ihm keinen Erfolg damit haben könnten, eS ihm zu widerrathen sich taufen zu lassen. Sie nahmen ihm darauf sein Weib und sein Kind, und sein Herz brach darüber fast. Giebt es wohl viele christliche Männer und Frauen, die ereit sein -vacoen, u n v es H errn Willen Weib und Kind daranzu-