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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 9-11 (1870) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
9-11 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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151 obgleich sie sich noch fürchten, den Verfolgungen ihrer StammeSgenossen durch das offene Bekenntniß, daß Jesus ihr Heiland ist, Trotz zu bieten. Aber man sei nicht zu hart gegen den Juden, man schelte ihn nicht, daß er nicht offen heraustritt unv Opfer für Christum auf sich nimmt. Wie kann man erwarten, daß solch ein Kind in Christo sogleich und auf einmal den Glauben eines Luther haben soll? Sie wissen nicht, wie bitter die Verfolgung in Jerusalem ist, wenn ein Jude ein Christ wird! Die Meinung der Juden dort ist: glaube ein Jeder, was er wolle; aber sich taufen zu lassen ist das größte Verbrechen, das begangen werden kann! — und eine bittere Verfolgung die sichere Folge. Mr. Macgregor hat auch auf einen jungen Rabbi angespielt, und lassen Sie mich Ihnen erzählen, daß dieser junge Rabbi „ein lebendiger Brief, wohl bekannt und gelesen" unter den Tausenden von Juden, die in Jemsalem wohnen, gewesen war. Er war in der That ein merkwürdiger junger Mann, und als ein Licht in Israel angestaunt. In einem Alter von 17 Jahren predigte er in der großen Synagoge und als er sein 25. Jahr erreicht hatte, hielt er Vorlesungen in Paris. Eines Tages wurde ich gerufen, einem der bedeutendsten Rabbis einen Brief aus Bagdad einzuhändigen. Er sagte zu mir: „Lassen Sie uns über Geschäfte sprechen und nicht einen Streit über das Neue Testament mit einander beginnen." Ich antwortete ihm, daß auch ich kein Vertrauen zu Streitereien hätte, und daß ich nicht glaubte, dieselben würden jemals eine Seele bekehren. Doch, sagte er, „würde ich vielleicht gern hören, was Sie über das 53. Capitel Jesaiah zu sagen haben." Ich antwortete ihm, daß ich dazu wohl bereit sei. Der junge Rabbi, den ich vorhin erwähnt habe, war auch zugegen, und es wurde ihm aufgegeben, die hebräische Bibel herunterzubringen. Sie wurde heruntergebracht und beim 53. Capitel Jesaiah aufgeschlagen. Ich sagte: „Da Sie ein so berühmter Rabbi sind, würde ich gern Ihre Auslegung dieses Kapitels hören." Er antwortete: „Nein, Sie wissen ja Alles in Betreff desselben, und ich wünsche vielmehr eine ordentliche Auslegung vom christlichen Standpunkte aus zu hören." Da setzte ich ihm denn auseinander, wie das 53. Capitel sich nicht auf Israel oder die Propheteu beziehen könnte, sondern auf Jesus von Nazareth sich bezie-

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