Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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150 che«, daß die von Gott bestimmte Zeit, Gnade an Zion zu üben, gekommen ist. Und wenn Gottes Zeit gekommen ist, sollen wir als Christen dem Werke fern bleiben, und die Gelegenheit uns entschlüpfen lassen, ohne einzutreten und etwas zu thun, um von unserem Meister Zeugniß abzulegen und unsere Liebe gegen Israel kund zu thun? ES giebt aber auch noch einen andern Grund, warum wir bereit und chätig sein sollen. Eine wunderbare Veränderung ist über die jüdischen Herzen gekommen. Es gab eine Zeit, wo der christliche Missionar sein Gesicht in den Straßen von Jerusalem — ich meine, in dem jüdischen Viertel — nicht sehen lassen konnte. Männer Gottes, welche in der heiligen Stadt arbeiteten; Männer, welche ihre Freunde, ihre Talente und Alles, was sie besaßen, für die Sache ihres Erlösers geopfert hatten; Männer, welche in das jüdische Viertel gingen und mit Thränen in ihren Augen Zeugniß von dem Herrn Jesus Christus ablegten, sind mit Steinen beworfen und auf alle andere Weise in den Straßen insultirt worden. Aber wie steht es nun? Während der letzten fünf Jahre bin ich mit dem Missionsarzt in demselben Viertel von Haus zu Haus gegangen und habe die frohe Kunde des Evangeliums Beiden, Reichen und Armen verkündigt. Und man glaube ja nicht, daß wir zu den Juden heimlich oder unter falschem Vorwände gehen. O nein, nichts der Art geschieht. Sondern unsere Taschen mit Reuen Testamente» und Traktaten angefüllt, so treten wir kühn in die Häuser der gelehrtesten Rabbinen ein, und bitten sie GotteS Buch zu lesen, daS sie für Zeit und Ewigkeit glücklich machen kann. Und ich freue mich sage« zu dürfen, daß wir niemals die geringste Kränkung unter den gebildeten Klassen erfahren. Mr. Macgregor hat einiger Frauen Erwähnung gethan, und ich bedauere sagen zu müssen, daß eS manche giebt, welche fast den Tigern ähnlich kämpfen. Sie sind voller Furcht, ihr« Männer könnten Christen werden. Aber eö giebt keinen gebildeten Rabbi, welcher es abweist, daS Reue Testament zu lesen, und der nicht bereit wäre, ganz frei über dasselbe sich in ein Gespräch einzulaffen. Es ist mein schönes Vorrecht gewesen, weit und breit in der Stadt Jerusalem das Reue Testament zu verbreiten. Und was ist der Erfolg gewesen? Daß feit den letzten vier oder fünf Jahren zahlreiche Forscher die Wohnungen der Missionare umkreisen,