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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 9-11 (1870) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
9-11 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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149 ßen, sah ich in der Umgebung der Gemeinde mehrere Juden, welche mit offenbarem Interesse auf das hörten, waS vorgegangen war. Juden, die noch nicht gerade Forscher waren, aber von der Neugierde, Pauli zu hören, sich hatten herbeiziehn lassen. Ich bemerkte unter den Proselyten einen ehrwürdigen Mann, einen Soldaten, welcher bei Waterloo mitgekämpft hatte; als ich auf die Denkmünze, die seine Brust schmückte, hinwieS, sagte er: „Ach, das ist auswendig, inwendig aber ist Christus," Auch im verflossenen Jahre hat sich dann ferner wieder Jerusalem als ein besonders wichtiger MisstonSpoften bewiesen. Herrn Fränkels Mittheilungen durften das Interesse in hohem Grade erwecken, zumal derselbe als lange in Jerusalem stationirter Arbeiter sprach. Zuerst und vor allem, so hebt er mit besonderer Betonung hervor, sammeln sich in steigendem Maße Juden zu Jerusalem, der heiligen Stadt; denn eS ist eine bemerkenswerthe Thatsache, daß, während die Gesammtbevölkemng 20,000 nicht übersteigt, 10,000 unter dieser Zahl Juden find. Und so groß ist der Einfluß der Juden auf die arabische Bevölkemng, daß die Bauern es nicht für der Mühe Werth halten, am Sonnabend ihre Produkte zu Markte zu bringen, weil es eben jüdischer Sabbath ist. Oft wird außerdem aus derselben Ursache die Mission in die größten Ungelegenheiten versetzt; und wenn die Juden Passah oder Laubhüttenfest feiern, welches acht Tage dauert, kann man fast halb verhungern. Ein anderes Anzeichen für die Verpflichtung, die auf uns liegt, für Israel Alles zu thun, was wir können, ist das folgende — und hier mag es gestattet sein, die Worte des Psalmisten anzuführen: „Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen, denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seiest, und die Stunde ist gekommen." Und warum? „Well deine Knechte gern wollten, daß sie gebauet würde, und gerne sähen, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden." Denn es hat hinwiederum niemals einePeriode in derGeschichteJerusalems gegeben, wo Christen so viele Zeit und Sorgfalt darauf verwandten, die alten Steine daselbst aufzugraben, und zwar nicht etwa, um nach alten Handschriften oder vergrabenen Schätzen zu suchen, sondern, um die alten Fundamente der Stadt bloß zu legen. Das ist auch ein Anzei-

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