Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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144 durchdrungen, so tritt der Eifer gegen die Autonomie der Halacha stärker hervor, herrschen aber in ihr irgendwie noch Sympathien für dieselbe, so läßt man wenigstens den allgemeinen Grund- und Wurzelstock der legislativen Ueberlieferung unberührt und erwartet von der Zukunft den weiteren Fortschritt. Hinsichtlich des Zieles freilich ist das Reformjudenthum sich völlig klar, da giebt es nur eineStimme, welche eben dahin geht, gänzlich mit dem Ueberkommenen zu brechen. Wenn zur Zeit diese oder jene jüdische Gemeinde noch nicht vom Fortschritt so recht ergriffen ist, so wird und kann sie später das Versäumte schon noch nachholen. Die Aufgeklärten werden die minder Aufgeklärten endlich schon mit sich fortreißen. Das Reformjudenthum freut sich auf die Zeit, wo alle Gemeinden untereinander gleichen Schritt halten werden und das alte morsche Gebäude der Halacha gänzlich abgethan sein wird. Das sind die leitenden Ideen der Reformer, das ihre Pläne, die sie auf öffentlichen Synoden in unfern Tagen zu Markte bringen. Wir sehen also, daß vom Reformjudenthum die Autonomie der Halacha ebenso angegriffen wird, wie die der Hagada. Es will überhaupt nichts Positives mehr in seiner Religion haben. Flößt daö orthodoxe Judenthum durch seinen Eifer und sein Streben in der Erfüllung der Halacha uns wenigstens noch Achtung und Respekt ein, so hat das Reformjudenthum mit seinem abstrakten, alles verflüchtigenden poetischphilosophischen Phrasenthum nicht einmal darauf mehr Anspruch. Wir schließen unsere Erörterung mit den Aussprüchen Christi (Joh. 3, 39): Suchet in der Schrift, denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen, und sie ist es, die von mir zeuget, und Joh. 7, 16. 17: Meine Lehre ist nicht mein, sondern des der mich gesandt hat. So Jemand will des Willen thun, der wird inne werden , ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede. vr. Aug. Wünsche. Aus der Mission. Wir beabsichtigen von jetzt ab unsere Leser in mehrere einzelne Arbeitsgebiete der Judenmission einzuführen; kann es auch nicht