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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 7-8 (1870) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
7-8 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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133 aus der Gemeinschaft seines Gottes zu fallen. Hob Gott, Israels König, sein Staatswesen auf, so sagte er eben damit auch von diesem Volke sich selbst los. Vertrieb cs Gott aus seinem Lande, dann-konnte es sich also nicht damit beruhigen: es habe sich nunmehr an die Idee zu halten oder andere Formen etwa aufzustellen, sondern es war eben damit von Gott verstoßen, es war in seinem eigentlichen Wesen erschüttert. Eine Vertreibung aus Canaan war deshalb für Israel das schwerste aller nur irgend erdenklichen Gerichie-, es war von dem Augenblicke an, wie der Prophet Hosea sagt, weder die Gottesgemeinde noch eine heidnische Nation — es schwebt seitdem zwischen Himmel und Erde. f. Der Mosaismus und die Cultur. Die Ideen der Reformer, dieser Extrakt ans dem mosaischen Gesetze, sind ferner auch bloße Culturgedanken, Gedanken von der Entwickelung der natürlich menschlichen Kräfte und Anlagen. Die Cultur hat es damit zu thun, alle im Menschen liegenden Fähigkeiten auszubilden und zu verwerthen. Sie frägt nach dem, was geleistet werden kann, und spannt zu den höchsten Leistungen an. Für sie kommt es daher nicht auf das Wohl und Wehe jedes Einzelnen an, sondern der Einzelne wird nur darauf hin angesehen, wie er die Summe des menschlich Erreichbaren steigern helfen kann. Die Cultur entfernt daher auch alle Schranken, welche den Einzelnen für diesen ihren Zweck hinderlich sind, und hat an ihnen kein persönliches, sondern allein dieses sachliche Interesse. Die Culturideen bleiben so bei dem sündlichen Menschen stehen und führen nirgends über seine eigenen Leistungen hinaus. Die Sünde schwindet mit den Culturideen den Reformern in dem Maße, als die menschlichen Kräfte Großes leisten; tritt die Sünde nur nicht im mittelalterlichen Gewände auf, sondern im Modegewand derGegenwart, dann wird sie ihnen durchaus erträglich; es mag auch für sie noch Einiges zu bessern geben, cs mag die schon recht energisch erstrebte Vollkommenheit sich noch vollkommener darstellen dürfen, aber im Princip ist ihnen die Cultur die wachsende Verwirklichung der Gottes¬ und Menschenliebe. Je mehr das menschliche Können und Besitzen und Genießen und Wissen wächst, je mehr dem Einzelnen gestattet

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