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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 7-8 (1870) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
7-8 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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120 Controllirbar durch Menschen und meßbar an der äußeren Norm oder dem äußeren Gebot, welches das sinaitische Gesetz aufgestellt hat, ist allerdings die Legalität desJsraeliten nicht, weil sie eben „ein reines Herz" verlangt; aber Gott ist ja seine höchste Obrigkeit und Gott sieht das Herz an. Daher hält Israel zu Zeiten die Gebote und Formen und Ordnungen nach Menschenurtheil recht wohl ein, und Gott schilt es dennoch oder droht ihm gar mit seinen Gerichten und zerstäubt es in die Länder der Welt, weil der innere Zustand des Herzens nicht mit dem äußeren Thun übereinstimmt. Die Propheten verkündigen dem Volke in einer Zeit, wo der Cultus am höchsten blühte,' die schwersten Heimsuchungen Gottes, und gerade sie schärfen es demselben auf das Ernsteste ein, daß in Israel Aeußeres und Inneres durchaus zusammenstimmen soll. Aber allerdings das praktische, alltägliche Leben sollte durch das Gesetz überführt werden, daß die Gnade Gottes noch etwas Besseres bringen müsse, um das Heil der Menschen zu schaffen, als eine sinaitische Volksverfassung. So sehr Israels ganzes Gesetz eine Gabe Gottes an dasselbe war, so war es andererseits aber doch auch Forderung; und der Zwiespalt zwischen dem von Gott gewollten und dem wirklichen Leben mußte immer schärfer heraustreten. Daß die Juden zu dieser Selbsterkenntniß nicht gelangt sind, ist eben ihr Verderben geworden. WeilGott ihnen einBundesverhältniß dargeboten, weil erste auf diese Weise zu seinem Volke und seiner Gemeinde gemacht, weil er sie in ein heiliges Verhältniß gestellt, schließen sie daraus aus ihr Verdienst und vergessen, daß er Gnade an ihnen geübt, und daß die Gnade gerade in diesem ihrem Leben zur Erkenntniß dessen sie führen wollte, wie vieles ihnen zur rechten Gemeinschaft mit Gott fehle. Die heiligen Ordnungen und Formen wurden ihnen zum Beweise der Heiligkeit ihrer Personen, und deckten ihnen nicht auf, was sie gerade aufdecken sollten, daß wohl die Gebote gut seien, daß dieselben aber bei dem Zustande der sündlichen Herzen ohnmächtige Forderungen blieben. ä. Das Gesetz ein Wegweiser nach vorn hin. Thue die Gebote, vollbringe das Gesetz, so wirst du leben, hatte Gott selbst Israel zugerufen. Aber die Geschlechter des Volkes starben

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