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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 7-8 (1870) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
7-8 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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112 freiwillig übernommenes sein. Das Judenthum bedenkt bei seinem Widerwillen gegen dieHagada aber nicht, daß es gerade dadurch gegen sein eigenes Fleisch und Blut wüthet. Wenn das Judenthum die Hagada verneint, und nur die Halacha aufrecht hält, so verneint es — das ist unsere Behauptung — nicht nur den schönsten Theil seiner ganzen Literatur, denn es sagt dadurch aus, daß es eine Nation sei, bei der nur der kalte Verstand, die scharfe und spitzfindige Logik etwas gilt, nicht aber das Herz und Gemüth, sondern es wird auch nie und nimmermehr zur Anerkenntniß der christlichen Wahrheit kommen. Vielleicht gelingt es uns, den einen oder andern jüdischen Leser dieser Skizze wiederum der Hagada zuzuführen, daß er fie fleißig aufsucht, nach ihr spürt und fie mit der Harmlostgkeit, Innigkeit und Tiefe des Gefühls aufnimmt, mit der sie überhaupt ausgenommen sein will. Er wird durch ein eifriges Sichversenken dann auch die Messtasgestalt nicht nur im Allgemeinen lieben lernen, sondern speciell auch die Ueberzeugung von der Wahrheit gewinnen, daß der Messias bereits gekommen sei. Das Letztere wird jedenfalls dann geschehen, wenn er sich die Mühe nicht verdrießen läßt, den Inhalt der Messtashagaden mit den Evangelien des Reuen Testamentes zu vergleichen. Selbst diejenigen Messtashagaden, welche auf dem Kothurn acht morgenländischer Begeisterung einhergehen, werden nicht ohne alle Nutzanwendung sein, sie beschließen immer noch viele Momente der Wahrheit in sich, die mit den neutestamentlichen Lehren vom Messias harmoniren. Zu diesem Zweck führen wir eine Reihe von messianischen Hagaden hier auf. Und damit wir gleich auf das Centrale des Christenthums Hinweisen, welches dieJuden bis jetzt am meisten abgestoßen hat, wählen wir gerade solche Hagaden, die den Messias in seinem hohenpriesterlichen Mittleramte darstellen. Wir werden den Messias durch den Vollzug derselben mit Leiden und Schmerzen umringt, ja seine Gestalt niedergedrückt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt sehen. Er jammert, schreit und weint, bis er endlich seinen Geist aufgiebt. Freiwillig aber unterzieht er sich allem, was die Welt über ihn verhängt, er weiß, es ist Gottes Wille, die ewige Liebe hat es also beschlossen. Wir beschränken uns bei der Aufführung nur auf den älteren Hagadacyklus, um nicht zu viel Raum zu beanspruchen. AuS dem

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