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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 7-8 (1870) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
7-8 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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106 lungert umfassenden Inhalts, die aber zum größten Theile verloren gegangen sind. Nur einzelne Trümmerreste haben sich bis auf unsere Zeit erhalten, die in den Gemaren und späteren Hagadawerken zu finden sind. Da der Strom der Hagada aber immer reichlicher floß, so war man nicht mehr im Stande, ihn in den Talmud aufzunehmen. Es entstanden besondere hagadistische Werke unter verschiedenen Namen. Zwei volle Jahrtausende find als die eigentliche Entwickelung der Hagada zu bezeichnen, innerhalb welcher Zeit sie die verschiedensten Töne und Modulationen angeschlagen hat. Erst im 13. und 14. Jahrhunderte fing der mächtige Strom zu versiegen an. An Stelle aber der hagadistischen Ausführungen traten jetzt eigentliche exegetische Commentare. Wir haben von solchen alten hagadistischen Werken, deren Abfassung innerhalb der Entstehung des Talmuds oder kurz nach Abschluß desselben fällt, noch eine ganze Reihe. Versuchen wir eine kurze chronologische Darstellung dieser alten bis auf uns gekommenen Hagadawerke zu geben. Die Forschung darüber ist zwar noch nicht abgeschlossen. Am frühesten fällt jedenfalls die Abfassung von Siphra und Siphre, ferner von Mechilta und Pesikta. Auch der Midrasch des R. Tanchuma ist noch mit zu dieser Gruppe zu rechnen. In spätere Zeit ist dann die Redaction der Midraschim zum Pentateuch (Rabbot), zu den Klageliedern (Echa rabbati), zum Hohenliede (Schir Haschirim), zu Esther, Ruth, Kohelet, zu den Psalmen, (Tillim), zu den Sprüchen und zu Samuel zu setzen. Man kann also die ganze Hagadaliteratur der Zeit nach in zwei große Cyklen, in einen älteren und in einen jüngeren eintheilen. A. Der ältere Cyklus der Hagadaliteratur. 1. Sepher Siphra (21 '21 K1DD 1DD oder K1DD iDD), ein sehr bedeutendes Hagadawerk, hat zweifelsohne ein sehr hohes Alter. Es wird zurückgeführt auf den Meturgeman (Amora) Rab, (Abba Areka, ,12'1« K2K),*) der Anfangs zu Nehardea (188—219), dann als Rector zu Sora (219—243) blühte, wo er als solcher zugleich die *) Rab führte seinen Stammbaum auf den Stamm Juda zurück; er war der erste unter den Amoraim. Als Rector zu Sora (8"Nv) versammelte tx einen sehr zahlreichen Schülerkreis um sich.

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