Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 7-8 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 geschichtliche Sage, die sich namentlich um die großen Gestalten des A. T. herumlegt. Zwar gerade diese letztere liefert ein ganz interessantes Material für die Geschichte des A. T., indem sie Dunkles aufzuhellen, Unvollständiges zu ergänzen und Widersprechendes zu lösen sich bemüht. Die Hagada, welche wir im Sinne haben, bezieht sich nur auf die Sittenlehre im engeren Sinne des Wortes. Durch sie bekommen wir ein treues Ab- und Spiegelbild von den religiösen Vorstellungen und Anschauungen des jüdischen Volkes. Die Hagadisten waren Sittenlehrer. Sie lehnten sich zwar bei der Aufstellung der Hagada ebenfalls wie die Mischnalehrer an das A. T. an, aber sie nahmen im Ganzen doch eine freiere Stellung zu diesem ein. Es war ihnen ja nicht um Aus- oder Feststellung religiös gesetzlicher Normen zu thun, sie wollten dasVolk vielmehr nur anregen, erbauen, ermahnen, trösten, oder wohl gar zuweilen unterhalten und ergötzen. Damit stimmt auch, was Samuel der Fürst in seiner Einleitung zum Talmud über das Wesen der Hagada bemerkt. Er sagt: «I'V VimD bD Kin mjiTl 1 b p«i .nun «'N it NlLv mm «bw di® hv mDbrQ no bn» mb ~\b V'i .njnn bv na «b« riJDD mobb vby wm n©D 'DD «im» man pyn. rabn b"t uDDn impt® iDvv pi-»b «bi vby p'Dinb *]b p« nmnjn '2v b2pD,mbwn noi )b piuff no ’DD in« bn □’piDDn hd bn« ib«n D’Wi’sn p runn bv nb^s? no ’2bi wjna n*w Dimby pDölD p« *)«tfm Drn« Dnmb, Hagada ist jede Erklärung, die im Talmud über irgend einen Gegenstand vorkommt, welcher nicht gesetzlich ist, und woraus du nur das zu lernen hast, was dem Verstände zusagt. Denn wisse, daß alles, was unsere Weisen, s. A. als gesetzgiltige Halacha aufgestellt haben, aus dem Munde Mose's unsers Lehrers, Friede über ihn, ist, welcher es wieder aus dem Munde des Allmächtigen empfangen. Zu diesem darfst du nichts hinzufügen, auch nichts davon hinwegnehmen. Aber von dem, was sie über die Verse (des A. T.) erklärt haben (d. i. von der Hagada) ein Jeder nach seiner Meinung und seinem Dafürhalten, ist nur das .zu lernen, was dem Verstände zusagt, auf alles Uebrige darf man sich nicht stützen. Nach dieser Darlegung Samuels gestattet die Hagada der Auffassung zwar einen großen Spielraum, nichts destoweniger aber