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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 7-8 (1870) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
7-8 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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102 identisch mit dem Worte Gottes. Als Belegstelle verweisen wir auf Keritot 13b: tid'PFI Nt NVQ T3 NN^N 11333, das Wort des Ewigen, das ist die Halacha durch Mose, das ist der Talmud. Es darf uns daher nicht Wunder nehmen, wenn das halachische Studium den Juden aufs Eindringlichste ans Herz gelegt, wenn es ihnen geradezu zur unerläßlichen Pflicht gemacht wird. Wir stoßen im Talmud auf eine ganze Reihe von Stellen, welche von der Wichtigkeit des Studiums der Halacha handeln. Wir führen unter andern nur die Stelle aus Megilla 28b an: 81,3V 1b 313313 ni3^n ni1V>3 ^3 833 D^1J>3 p, wer die Halacha's lernt, der hat die Verheißung, daß er des zukünftigen Lebens theilhastig ist. Wer den Andern vom Studium der Halacha zurückhält, ist in den Augen Gottes ein arger Frevler, auf ihm ruht der göttliche Zorn, und die Nachkommen des Zurückgehaltenen werden ihn noch im Mutterleibe verfluchen. Dies spricht R. Chasid in folgender Stelle aus: '33 ,33^3 J>1133 ^3 ]'ipp3 138 T33V p3iy 1^'D8, wer die Halacha vom Schüler zurückhält (sie ihm vorenthält und am Lernen derselben ihn verhindert), den werden sogar die Embryonen im Mutterleibe noch verfluchen. Ebenso äußert sich R. Jehuda Sanhedrin 91b: 33^3 piD3 ^3 vrvOK rtrua l^TlI 1>83 3’3^n '33, wer die Halacha seinem Schüler verweigert, der handelt an ihm geradeso, als wenn er ihm das Erbe seiner Väter geraubt hätte. Diese Anschauung, so hart und rauh sie auch klingt, ist bei Lichte besehen, ganz logisch und konsequent. Die Halacha beruht ja wie die Thora auf göttlicher Offenbarung , Mose hat sie auf Sinai wie diese von Gott überkommen, daher der Ausdruck: '1'33 3V3H 33^3. Sowie Jemand durch das Vorenthalten der Thora am Seelenheil Anderer sich verschuldet, ebenso muß er sich auch durch das Vorenthalten der Halacha verschulden. — Doch wenden wir uns jetzt zu der Hagada. Hagada (min , 8118 von 311 Hi. Tin anzeigen, melden, verkündigen) Erzählung, Meldung, Sage, Legende ist im allgemeinsten Sinne des Wortes der Ausdruck des religiösen Bewußtseins des Judenthums, hervorgerufen von dem Bedürfnisse der Zeit. Die Hagada ist ein viel umfassender Begriff. Für unfern Zweck ausschließen müssen wir die eigentliche Volkssage, nicht minder die historische oder

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