Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 7-8 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 Wichtigkeit. Sie spricht deutlich aus, daß der ganze Talmud, dieses literar-historische Riesenwerk des jüdischenGeistes, namentlich nach seinem halachischen Theile, doch nicht den Geist des Alten Testaments richtig erfaßt und die darin waltende göttliche Heilsökonomie in ihrem allmähligen historischen Werdegange in rechter Weise gewürdigt und zur Darstellung gebracht hat. Die Gemara hat nun Samuel, der Fürst, wiederum in 21 Theile zerlegt. Es würde für unfern Zweck zu weit führen, alle diese Theile mit Namen und in ihrem Verhältnisse zu einander hier aufzuführen, wir begnügen uns mit der Angabe der beiden wichtigsten: Halacha und H a g ad a. Beide laufen in den Gemaren neben einander her und stehen oft in der innigsten Verbindung zu einander. Sie bilden gewissermaßen die beiden Grundsteine, aus denen der ganze kolossale Bau des Talmuds aufgeführt ist; es sind die beiden Angelpunkte, um die der reiche Inhalt herumgelegt ist. Zunächst Einiges über die Namen von Halacha und Hagada. 1. Namen. Halacha und xroS“l, von ^n, chald “j^n gehen, einhergehen, wandeln), ursprünglich Einhergehen, Schritt, Gang, Weg, metaphorisch Gewohnheit, Brauch, Sitte, Ritus, Gebühr, endlich überhaupt Gesetz, ist nach den Talmudisten und Rabbinen der Inbegriff aller Entscheidungen, Beschlüsse und Bestimmungen, die durch Herkommen, Gebrauch und Gewohnheit recipirt, approbirt und sanctionirt sind. Eben dahin spricht sich auch Baal Aruch aus: ül*|'Q pbnnn ix rpo D^npD xm "im xnnSi KTlD b$ bayDttf'flEto “Iftxn -nwa 1I, Hilch'taist jedwede Sache, welche geht und kommt (d. i. die Bestand hat) von Anfang bis ans Ende, oder sie ist das, worin die Israeliten einhergehen, wie es in der Sprache der Jsmaeliten (Araber) heißt: x*y)D bx. Die Halacha stand in der alten Synagoge in großem Ansehen und sie hat dasselbe bis auf den heutigen Tag bei den orthodoxen Juden behalten. Wer wider die Halacha sich auflehnt, sie abrogirt, etwas hinwegnimmt oder hinznfügt, läuft Gefahr für sein ewiges Seelenheil. Die Halacha ist bindend für alle Zeiten, sie ist unabänderlich, keinem Wechsel, keinem Schwanken noch Wanken unterworfen. Ja die Halacha ist geradezu