Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1870-01-01 · 7-8 (1870) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
7-8 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2554541-2554781-2554786--05351-2561307
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

101 Wichtigkeit. Sie spricht deutlich aus, daß der ganze Talmud, dieses literar-historische Riesenwerk des jüdischenGeistes, namentlich nach seinem halachischen Theile, doch nicht den Geist des Alten Testaments richtig erfaßt und die darin waltende göttliche Heilsökonomie in ihrem allmähligen historischen Werdegange in rechter Weise gewürdigt und zur Darstellung gebracht hat. Die Gemara hat nun Samuel, der Fürst, wiederum in 21 Theile zerlegt. Es würde für unfern Zweck zu weit führen, alle diese Theile mit Namen und in ihrem Verhältnisse zu einander hier aufzuführen, wir begnügen uns mit der Angabe der beiden wichtigsten: Halacha und H a g ad a. Beide laufen in den Gemaren neben einander her und stehen oft in der innigsten Verbindung zu einander. Sie bilden gewissermaßen die beiden Grundsteine, aus denen der ganze kolossale Bau des Talmuds aufgeführt ist; es sind die beiden Angelpunkte, um die der reiche Inhalt herumgelegt ist. Zunächst Einiges über die Namen von Halacha und Hagada. 1. Namen. Halacha und xroS“l, von ^n, chald “j^n gehen, einhergehen, wandeln), ursprünglich Einhergehen, Schritt, Gang, Weg, metaphorisch Gewohnheit, Brauch, Sitte, Ritus, Gebühr, endlich überhaupt Gesetz, ist nach den Talmudisten und Rabbinen der Inbegriff aller Entscheidungen, Beschlüsse und Bestimmungen, die durch Herkommen, Gebrauch und Gewohnheit recipirt, approbirt und sanctionirt sind. Eben dahin spricht sich auch Baal Aruch aus: ül*|'Q pbnnn ix rpo D^npD xm "im xnnSi KTlD b$ bayDttf'flEto “Iftxn -nwa 1I, Hilch'taist jedwede Sache, welche geht und kommt (d. i. die Bestand hat) von Anfang bis ans Ende, oder sie ist das, worin die Israeliten einhergehen, wie es in der Sprache der Jsmaeliten (Araber) heißt: x*y)D bx. Die Halacha stand in der alten Synagoge in großem Ansehen und sie hat dasselbe bis auf den heutigen Tag bei den orthodoxen Juden behalten. Wer wider die Halacha sich auflehnt, sie abrogirt, etwas hinwegnimmt oder hinznfügt, läuft Gefahr für sein ewiges Seelenheil. Die Halacha ist bindend für alle Zeiten, sie ist unabänderlich, keinem Wechsel, keinem Schwanken noch Wanken unterworfen. Ja die Halacha ist geradezu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.