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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 7-8 (1870) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
7-8 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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100 werden nach allen Seiten hin umfänglich discutirt und erörtert. Zwar finden wir in der Gemara noch allerhand Bemerkungen aus andern Wissenszweigen eingestreut, aber dies ist doch mehr gelegentlich und zufällig. Hauptzweck der Gemara ist das mündliche Gesetz zu erklären. Wir besitzen nun eine doppelte Gemara, eine babylonische und eine jerusalemische: jene, bei weitem umfang- und inhaltreicher, ist der Ausdruck der Mischna-Erläuterung der Akademien zu Babylon. Der Tradition zufolge ist sie von R. Aschai etwa Ausgangs des fünften Jahrhunderts zum redaktionellen Abschluß gebracht worden, diese dagegen ist derAusdruckder palästinensischen Schulen undsoll vonR.Jochanan Anfang des dritten Jahrhunderts redigirt worden sein. Die Lehrer der Gemara werden Amoraim (□'X"flDX) d. i. Sprecher, Redner, Uebersetzer, Dolmetscher genannt, weil sie die Mischna's der Tannaim erklärten.*) Was aber das Verhältniß von Thora, Mischna und Gemara zu einander, und speciell die Bedeutung aller drei für den Juden anbetrifft, so lesen wir Tract. Moed Katan 16b folgenden interessanten Ausspruch: übt» dki riübw xb H'IV dxi nw xb nnp dx “jb VII'O, wenn du auch die Thora gelernt, so hast du noch nicht die Mischna gelernt, und wenn du die Mischna gelernt, so hast du noch nicht das Dritte (die Gemara)**) gelernt, und wenn du die Gemara gelernt, so besitzt du noch keine richtige Erklärung (der alttestamentlichen Stelle). Diese Stelle ist nach unserm Dafürhalten von der größten *) Von den Tannaim oder Mischnalehrern, nnd den Amoraim oder Mischnaauslegern sind noch die Seburaim zu unterscheiden. Diese bilden die letzte Stufe in der geschichtlichen Entwickelung des Talmuds. Ihrer Stellung und Bedeutung nach gehören sie zur Klasse der Amoraim, nur ist ihre Thätigkeit der Zeit nach noch etwas später als die jener zu setzen. **) Die Gemara nimmt dem Range oder der Dignität nach die dritte Stelle nach dem Alten Testamente ein, die Mischna bildet die zweite Stufe. Der Werth von Thora, Mischna und Gemara wird von den Juden durch folgende Aussprüche bezeichnet: ,mpÖH jlvNIpZ, die Thora ist gleich dem Wasser, die Mischna dem Weine und die Gemara dem Conditum (sc. viuum d. i. Gewürzwein, welcher von den alten ganz besonders hoch geschätzt wurde, vergl. Plin. 1, 14. c. 16. 5. 19. er. 5; Pf. 75, 9). Ebenso: ll'Vtr>22 DBWl J'böb'ÖS nb»2 mim, die Thora ist gleich dem Salze, die Mischna dem Pfeffer und die Gemara dem Aroma.

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