Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 7-8 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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99 (ttmpiD genannt, sie aufzeichnete. Er fürchtete nämlich wirklich, daß die heiligen Verordnungen und Bestimmungen endlich doch entstellt oder gar vergessen werden könnten. Jehuda hat aber auch zugleich nach der Tradition eine Eintheilung des Gesammtstoffes der Mischna in sechs Ordnungen (D’*nD) veranstaltet. Was nun den Namen Mischna (PDE>D) anbetrifft, so wird er auf die Radix HW, chald, MD, w, ändern, verändern, dann: wiederholen, .lehren, lernen (vergl. das griech. ösvtsQom), zurückgeführt, er entspricht demnach vollständig dem griech. ösvtsqcjöis, Wiederholung, zweites Gesetz. Das erste Gesetz ist die Thora. Im Talmud begegnet uns der Name Mischna allenthalben. Baba meziä 33b. heißt es: IT PiJtfD n\5tW 13"| 'Q'I, zur Zeit Rabbis wurde diese Mischna gelernt. Die Mischna hat also mit der Thora dieselbe Quelle, beide beruhen auf göttlicher Offenbarung. Die Lehrer der Mischna wurden Tannaim oder Tannaiten (D'ttan, sing.MN, griech. von MP>, \3ri wiederholen, etwas noch einmal thun, lat. iterare, dann: lehren, verkünden, s. o.) genannt. R. Samuel, der Fürst, erklärt das Wort in seiner Einleitung zum Talmud: 'p'NPV BPI B'MUPll MPI DniK B\S”np1 PU^DP!. Die Tannaim werden unzählige Mal im Talmud erwähnt, sie standen bei dem Volke in hohem Ansehen. Nur einmal lesen wir von ihnen Sota 22a: uhty Q'MBP!, die Tannaim richten die Welt zu Grunde. Dieser merkwürdige Ausspruch ist jedenfalls daraus zu erklären, daß die Tannaim die einzelnen Mischna's nicht nur ohne alle Erläuterungen und Discussionen hinstellten, sondern sie auch oft in großer Unbestimmtheit und lapidarischen Kürze auszudrücken beliebten, wodurch dem grübelnden Verstände und der Willkühr ein großer Spielraum für falsche Vorstellungen und Erörterungen blieb. Der zweite und bei weitem größere Theil des Talmuds ist die Gemara ÖHW) d. i. Vervollständigung, von vervollständigen, vollenden, zu Ende bringen, Die Gemara ist gewissermaßen der Talmud im engern Sinne des Wortes. Sie entstand erst nach Abfassung oder Redaction der Mischnasammlung. Ihr Verhältniß zur Mischna läßt sich einfach dahin bestimmen, daß sie als Commentar oder Erläuterung zu dieser betrachtet werden kann. Die einzelnen Mischna's 7*