Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 5-6 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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er an seinem Leibe tragen; eine ernste Mahnung, daß sein angeborenes, fleischlich erzeugtes Leben untergehen und ein neues Leben an dessen Stelle treten müsse, wenn er ein Glied der Gemeinde Gottes werden solle. Beschneidet die Vorhaut eures Herzens und thut weg eures Herzens Vorhaut, fordert Mose von seinem Volk, und der Prophet Jeremia (4,4) droht, daß, wenn ste dies nicht thun würden, derGrimm deS Herrn über sie ergehen werde; oder, um sich selbst als Sünder zu bezeichnen, nennt der Prophet sich einen Mann unbeschnittener Lippen und unbeschnittenen Herzens. Unrein also ist das Leben in der Vorhaut, d. h. in seiner angeborenen Beschaffenheit. Gott übt durch die Beschneidung die Gnade an ihm, daß er es aus dieser Unreinheit, in welcher es zur Gemeinschaft mik ihm untauglich ist, errettet. Wo bleibt da also Raum für das Martyrium? Wir sehen, wie auch hier das Centtaldogma von der jüdischen Vorttefflichkeit seine Stelle gefunden hat. Der richtige Gedanke, welcher den Behauptungen von dem Martyrium der Juden zu Grunde liegt, ist ein anderer. Die Frommen des Alten Testaments befinden sich im Gegensätze zu der großen Masse ihres eigenen Volks, sie werden als Gerechte von der ungerechten Majorität verfolgt. Und ebenso wird, nachdem Israel durch seine eigene Schuld in die Hände der Heiden, aus denen es doch errettet war, wieder gefallen ist, die Gemeinde der Gerechten in der Mitte des jüdischen Volks den fremden Nationen ein Gegenstand des Haffes. Also: die wahrhaft Gerechten leiden um dieser ihrer Gerechtigkeit willen unter der Feindschaft der Anderen, sie mögen nun Juden oder Heiden heißen. Aber absolut unwahr ist es, daß durch das mosaische Gesetz ein Volk entstanden sei, welches als der Märtyrer der Wahrheit in der Menschheit leben sollte. Im Gegentheil, gerade dieses Gesetz ist der Ruhm der Frommen Israels, es ist ihnen die schönste Gabe aus den Händen Gottes, weil es ihnen ein Leben bereitet, welches den friedsamen Genuß der Erde in harmonischer Weise darbietet. (Fortsetzung folgt.)