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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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8S es seine einsame Straße gezogen und redet von seiner höheren Geistesmacht und ist stolz über seine Hoheit und Majestät und wartet nur noch auf die Stunde, wo die blinden Augen seine Herrlichkeit erkennen werden! Das ist seine Liebe! Ja noch mehr, gerade die Juden, welche Christum nicht annehmen wollten, haben Alles gethan, damit zu uns nicht das Christenthum käme, das doch allein die Arbeit an der Welt unternommen hat. Wäre es nach ihrem Willen und ihren Gedanken gegangen, niemals hätte eine christliche Kirche entstehen können, auf welcher doch die ganze Entwickelung dieser 1800 Jahre ruht. Und trotzdem sollen wir auf die Synagoge als auf das Heil der Welt blicken! 7. Das Judenthum als Märtyrer der Wahrheit. Während aber das Judenthnm, welches in diesen Gegensatz zu dem Christenthum getreten ist, sich nirgends um die Erhebung der Menschheit zu einem Leben nach dem Wohlgefallen Gottes bemüht hat, steht eS sich nichts destoweniger als den Märtyrer für die Wahrheit an. Alle Leiden, die es in seinerGeschichte erfahren hat, betrachtet es unter diesem Gesichtspunkte. Freilich wird ihm wohl im Alten Testament verkündigt, daß der Ungehorsam gegen das Gesetz ihm tausend Plagen, Röthe, Krankheiten, Verfolgungen und die Vertreibung aus Canaan von Seiten Gottes wie von Seiten der Menschen zuziehen werde. Aber solche Heimsuchungen sind eben kein Martyrium, sondern Strafe, die allerdings zugleich den Zweck der Züchtigung hat, die bessern und bekehren will. Und zu unterscheiden ist ferner das Leben Israels, welches durch das Gesetz MosiS seine Gestalt gewinnen sollte, von dem talmudisch jüdischen. Die talmudische Verfassung beengt fteilich den Israeliten auf Schritt und Tritt, macht das Leben unglaublich armselig und zwängt eS in eiserne Schnürbrüste, um ihm den hoffährtigen Trost zu geben, daß es in dieser beschränkten und eingezwängten Form eben auch etwas ganz besonderes, daß es ein göttliches Leben sei. Aber, das Gesetz Mosts und das Gesetz des Talmud sind nun einmal zwei verschiedene Dinge. Das mosaische Gesetz bringt durchaus nicht etwa nur himmlischen Genuß unter äußerlichem Martyrium, sondern irdisch gar sehr greifbare Vortheile, ganz abgesehen davon, daß es überaus verwunderlich

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