Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 5-6 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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87 um die Wahrheit in der ganzen Welt angefacht ist, während dieselben es sich Gut und Blut haben kosten lassen, die Völker aus dem Heidenthume herauszuführen; während das Christenthum noch heute trotz aller Feindschaft die Sache der Offenbarung in den alten Gebieten verficht und dieselbe auf immer neuen Gebieten der Menschheit zur Frage der Herzen macht, sehen wir, daß die Juden in unserer Mitte wohl nach unseren Gütern und Gaben streben und unseren Wissenschaften' und Künsten stch znwenden, aber von einer Arbeit derselben, unser Leben in den Frieden der ewigen Gotteswahrheit einzuführen; haben wir bisher Alle zumal nichts gemerkt. Dies gilt in religiöser Beziehung. In Kunst und Wissenschaft aber, in der Entwickelung des Staats¬ und Gesellschaftslebens, in Erfindungen und überhaupt in dem weiten' Gebiete der natürlichen Geisteskräfte sind die Juden, wie von ihnen selbst zügestanden wird, nicht schöpferisch aufgetreten, sie bekennen hier nicht original zu sein. Selbst die von ihnen so hoch gepriesenen Culturideen oder die Civilisation der Neuzeit, welche sie uns als aus dem MosaismuS entsprungen darstellen möchten, so daß wir später diesen Anspruch im Einzelnen zu prüfen haben werden, sind ganz und gar ein Produkt der sogenannten christlichen Völker. Es ist wahr, die Juden machen sich gegenwärtig diese Ideen in hohem Maße zu Nutzen, sie treten nunmehr mit ein in den Kampf der politischen Bestreblmgrn, sie gehören zu den eifrigsten Streitern auf diesem Gebiete, aber, wie so oft, fordern sie auch hier: für das , was aus unserem eigenen geistigen Ringen und Arbeiten hervorgegangen ist, ihnen den Dank abzustatten. Daß sie selbst und ihr eigenes Interesse aus dieser unserer völligeigenen und zuerst ohne Zuthun von ihrer Seite entstandenen Entwickelung den höchsten Nutzen ziehen, soll uns in ihnen noch dazu die Wohlchäter des Menschengeschlechts erkennen lassen. Kurz', sie wollen ernten, wo wir gesäet haben. - Freilich ist es überhaupt ein sehr gewagtes Ding, der Cultur sich einfach anzuvertrauen; dieJuden wissen das sehr gut geltend zu machen; wenn Andere das frühere Volk Israel den großartigen ErschKnui^m der Römer und Griechen gegenüberstellen. Und wir braucheN eben auch unsererseits deshalb nur ihre eigene richtige Antwort auf dielGegewi