Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554781-2554785--05334-2561289
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

83 Wir wissen wirklich nicht, was größer ist, die Verachtung der Juden gegen uns oder ihr Mangel an Demuth in der eigenen Beurtheilung. Aber wir bitten in allem Ernst die Israeliten zu überlegen, ob sie auch nur im Entferntesten Vertrauen für die von ihnen vertretene Sache finden können , wenn gar keine Scheu unter ihnen Herrscht, in solcher Weise uns entgegenzutretett'? Sie leugnen, wie gesagt, es an manchenStellen auch selbst nicht , daß im Alten Testament ihre Vertreibung durchaus nur als Strafe angedroht ist. Die erste Verbannung nun konnte nach 70 Jahren wieder aufgehoben werden, die jetzige ist eö trotz 18 Jahrhunderten noch nicht, und wir sollen glauben, daß den Juden der Mittlerdienst zugefallen ist: die Mustergemeiude auf Erden zu bilden. In ihrem kleinen Lande von Gott untauglich erfunden , eine kleine Gemeinde seines heiligen Namens zu sein, und deshalb aus die-- sem kleinen Lande verbannt, treten die Juden nunmehr vor die Völker und fördern von ihnen: die weite, große Welt solle, wohin sie kommen» ihren Ruhm anerkennen, daß sie die Kämpfer für die rechte Gotteskchre seien. Auf der einen Seite das Zeugniß des Alten Testaments, das auch wir als die erste Quelle aller religiösen Wahrheit betrachten, auf der anderen Seite der direkteste Widerspruch der heutigen Juden gegen dasselbe Alte Testament, welches sie doch ihr heiliges Buch nennen, und als Schluß das Verlangen jedesfalls den Juden die Palme darzureichen. Israel hat nach der modern jüdischen Anschauung der Welt-den Dienst zu leisten, welchen die Sonne der Erde leistet. Durch die Sonne ist es Tag auf Erden; Israels Dasein ist auch die Existenz des Lichtes der Wahrheit. Dadurch, daß Israel in der Welt lebt, kann dieselbe, wenn fie nur will, im Lichte wandeln. Israel ist der Zeuge, der Beweis, der Träger der höchsten Erkenntnisse in der Menschheit. Aus dem bloßen Dasein so Großes für sich selbst zu folgern, ist freilich ein sehr bedenkliches Unternehmen der Juden. Sie werden Anderen, welche dieselbe Schlußfolgerung in ihrem Interesse sich erlauben,- wahrscheinlich recht deutlich den Fehler nachzuweisen vermögen. Und in der Thal würde sonst ja das höhere Alter des Heidenchüms, daseben vor dem Judenthnm austauchte und sich bisher auch in denallerweitesten Gebieten zu behaupten wußte, die allgemtzine AnerfeNNung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.