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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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83 und Unzählige aus unserer Mitte find mit jener ersten jüdischen Christengemeinde eines Sinnes geworden. Wir haben aber in der Thal auch Alles jenem Christus und seinen jüdischen Aposteln zu danken; wir bekennen durch den Mittler Christus und in ihm ein heiliges, göttliches, ewiges, seliges Leben zu besitzen und sehen nicht, wie darum die Juden etwas Besseres uns zu bieten im Stande sein sollten. Heiliger als Jesus sind sie nicht; lehren sie daS Sittengesetz desselben, er hat es erfüllt; aufSeiten der Religion können sie uns nichts Neues bringen; ihr eigener gegenwärtiger religiöser Glaube ist, wenn man die verbreitetesteir jüdischen Meinungen ansieht, bis auf den einen Punkt, daß sie selbst das Mustervolk der Erde seien, fast auf das Haar von verschiedenen christlichen Parteien seit lange selbstständig vertreten worden. Bleibt aber das Selbstzeugniß der Juden von ihrer Vortrefflichkeit, welche nun einmal das Cardinaldogma ihres Systems ist, ihre Differenz mit den Vertretern aller andern religiösen Anschauungen, dann wird eö doch wohl erlaubt sein, wenigstens eine Verständigung über daö Trennende zu versuchen. Das kann kein Jude ableugnen, daß die übrige Menschheit wie aus einem Munde, nicht etwa bloS die Christenheit, sondern auch die Heiden, welche vor der Existenz des ChristenthumS, ihrer erwähnen, wie z. B. die Römer, gar wenig Ideales an ihnen gesunden haben. Wir Abkömmlinge von so verschiedenen Nationen haben doch nicht umhin gekonnt vor dem JefuS, der als Mensch ein Jude war, unsere Kniee zu beugen, und jener ersten jüdischen Gemeinde seines Namens das Bekenntniß zu geben, daß sie ein heiliges Vorbild aller menschlichen Gemeinschaft gewesen ist. 300 Jahre, welche den Glauben an Christus im Strome des Märtyrerbkutes zu ersticken hofften, haben fort und fort vielmehr das Zeugniß hören müssen, daß mit Christo ein Neues auf Erden erschienen sei. Unsere Herzen sehnen sich nach Heiligkeit, sie hungern und dürsten in dem Verlangen Gott ähnlich zu werden, aber sie haben eS bisher den Judm nicht nachrühmen können, daß sie an ihnen diese Gottähnlichkeit erkannt hätten. Sollten denn die Juden, da ihnen dies von den BekenNern der verschiedensten Religionen vorgehalten wird, sich nicht veranlaßt fühlen mit sich ernstlicher zu Rathe zu gehen, ob denn wirklich ihr Bild ein s» 6*

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