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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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88 klaffe, nicht blos von einer bestimmten Zeit, sondern so weit Menschen leben, vdn Tausenden als solcher mit seligstem Danke angenommen. Wir.wissen aber nicht, waS uns veranlassen könnte, noch heute die jüdische Mittlerschaft dafür einzutauschen. Vergleichen wir einmal: . - Jesus ist uns derselbe gestern, heute und in Ewigkeit; die Juden aber waren in ihren verschiedenen Zeiten gar verschiedene Leute. Und wollten wir uns an etliche» Ansichten derselben genügen lassen, wollten wir beispielsweise diejenigen Überzeugungen, welche allen Juden aller Zeiten gmieinsam find, herausdestilliren, wir wüßten wirklich nicht, welche? Was die Majorität unter ihnen als recht und richtig anerkannt hat, wagen sie selbst heute nicht mehr in allen Fällen festzuhalten. Die ungcheme Majorität tanzte um das goldene Kalb, die ungeheure Majorität wurde als ein unwürdiges Geschlecht vom Sande der Wüste . begraben; die ungeheure Majorität betete und opferte an. den. Götzenaltären des Reiches Israel; die ungeheure Majorität stand stets im Kampfe mit den Propheten; die Majorität verschuldete das Gericht.über das allein noch gebliebene Reich Juda, und die Majorität endlich die Zerstreuung des Volkes zusammt der Zerstörung Jerusalems durch Titus. Die Ansichten und Meinungen und Glaubenssätze derMajorität können also an sich doch gewiß kein Maßstab sür die Wahrheit sein. Die Juden wollen in der That auch den Grundsatz, der Majoritäten nicht gelten lassen, sobald man ihnen die größere Zahl der Bekenner anderer Religionen vorhält; schlechtweg den Befehl, die Majorität aus ihrer eigenen Mitte uns gelten zu lassen, dürfen fie.ab.er auch nicht aussprechen; denn einmal sprechen sie selbst ihrer eigenm Majorität nicht immer das Recht der Wahrheit zu, und sodann hat doch der bloße Befehl ihnen zu. gehorchen etwas überaus Mißliches. Ihren Anspruch auf die Mittlerschaft also müssen sie schon besser stützen. Wir haben nun von etlichen Juden, jenen Jüngern Jesu, gehört: das. Aste Testament sei ganz auf die Erwartung eines solchen Helfers und Erlösers der sündlichen Menschen gegründet, wie er aus ihrer Mitte in der .Person Jesu Christi hervorgegangen sei. Jene Männer warm Juden mit Leib und Seele und bekannten das Alte Testament nicht anders »«stehen zu können. Wir haben ihr Zeugyiß geh»rt, wt'r habkn dasselbe nun schon fest fo vielenJahchunderten geprüft,

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