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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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77 Schluffe gekommen, daß uns zugemuthet wird, in sich durchaus Widerspruchsvolles und Unerklärliches schlechthin anzunehmen. 4. Die Juden und das Wunder. Wir stehen bisher vor einem Wunder, daö sich uns nirgends lösen will; der jüdische Verstand sowohl als die jüdische Offenbarung, wie sie uns beschrieben werden, sind wirklich etwas Räthselhastes. Von dem richtigen Gedanken ausgehend, daß der Mensch, wie er nun einmal ist, durch sich selbst und seine angeborenen Geisteskräfte, weder zur Erkenntniß noch zum Thun der Wahrheit kommt, verwirren die Juden denselben, indem sie sich selbst als Ausnahme hinstellen. Das Wunder, welches darin besteht, daß Gott in die falsche sündliche Entwickelung des Menschen mit seinem Wort und seinen Thaten eintritt, und eben deßhalb ein Neues in der Menschheit beginnt, das sie niemals erreicht hätte, wenn sie sich selbst überlassen geblieben wäre, verlegen die Juden vielmehr in ihre eigene Person, in ihren eigenen Geist und in ihr eigenes Gemüth. Sie wissen ganz gut gegen alle Anderen geltend zu machen, was die Schrift vom Menschen, von seinem Wissen, Erkennen und Neben der Wahrheit sagt, aber für sich selbst behalten sie eben die besondere Stellung. Es ist Konsequenz in ihrer Anschauungsweise. Dieselbe verfolgt bis in die kleinsten Einzelheiten die Regel: was die Güte Gottes nach dem Alten Testament gegen alles Verdienst und Würdigkeit im Kreise Israels thut, um dort die Ausführung ihres Heilsrathes, welcher darauf ausgeht die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen, anzubahnen, das Alles ist vielmehr eigener, selbsterworbener, selbstverdienter Vorzug Israels. Was Abraham und sein Geschlecht aus sich selbst gemacht haben, das ist das eigentliche Wunder der Weltgeschichte nach jüdischer Jdeenfolge. Beruht die ganze Heilsgeschichte auf dem göttlichen Wunder, so haben die Juden wohl auch dasselbe zum Fundament derselben gemacht, aber freilich, wie wir sahen, in einer Weise, die etwas höchst Abstoßendes hat, indem sie eben das Wunder Gottes in ein Wunder ihrer eigenen Selbstentwickelung umgewandelt haben. Deßhalb ist es auch nur natürlich, wenn das biblische Wunder bei ihnen so wenig Verständniß findet. Wir haben in der Darstellung der leitenden

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