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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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76 von ihnen zur Rechten oder zur Linken gewandt. Wie sollten wir diese für unS überlebten Dinge um deßwillen annehmen, weil sie uns nun wieder von den Juden empfohlen werden! Die Juden sollten soviel Nüchternheit besitzen, daß sie es sich eingestehn, es ist ein ganz verwunderlicher Gedanke, die Christenheit könnte sich von ihnen zu dem hinziehen und bewegen lassen, was sie in ihrer eigenen geistigen Arbeit, ohne fremde Beihülfe, zuerst alö vermeintlich neugefundene Wahrheit aufgestellt, sodann im Leben erprobt und endlich als ganz untauglich zurückgewiesen hat. Dazu bleibt es ja auch eine geschichtliche Thatsache, daß die Christenheit in den Zeiten auf's Tiefste sank, in welchen diejenigen religiösen Anschauungen die Herrschaft unter ihr erlangen wollten, welche die größte Aehnlichkeit mit denen des heutigen Judenthums haben — man erinnere sich doch nur an die Freidenkerperiode in Frankreich und Deutschland. DaS Alte und Reue Testament in ihrer Verbindung haben es erreicht, daß Unzählige aus allen Völkern und Zeitaltern von dem Ruhme ihrer heiligen Weisheit und seligmachenden Wahrheit übergehn; dem Judenthume, welches diese Verbindung des Alten und Reuen Testamentes nicht gestatten wollte, ist es nicht gelungen, den Dank der Herzen in der übrigen Menschheit sich zu gewinnen. Soll mit dem Judenthume die Weltreligion auf Erden erschienen sein, wie uns allseitig von den Juden versichert wird, dann haben wir Anderen doch wohl das Recht gefragt zu werden, ob wir in jener Religionsform wirklich das Heil bei uns haben einkehren sehn; und ganz gewiß dürfen wir den Anspruch erheben, daß endlich einmal das Judenthum leiste, was bisher einzig und allein das Christenthum geleistet hat, und noch immer allein unter den religiös Gesinnten der zahlreichen Völker dieser Erde leistet, nämlich Herz und Geist für Zeit und Ewigkeit wahrhaft zu befriedigen. Doch wir werden auf diesen Punkt noch einmal zurückkommen müssen, wenn wir die jüdische Auffassung der Mittlerstellung Israels nach der Schrift zu prüfen haben. An das Gemüth und den Verstand wird jüdischerseits appellirt, damit die unter den Juden geläufige Auffassung „des Judenthums als Offenbarung" bei uns Anerkennung finde. Wir sind aber nur zu dem

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